Wie alles begann…

Jetzt geht es endlich los! Fast drei Jahre lang haben wir an der Idee „Schule in Farbigen Zuständen!“ gearbeitet und im August sind die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5a an der Wilhelm-Focke-Schule eingeschult worden. Mit ihnen gemeinsam werden wir in den kommenden drei Schuljahren herausfinden, ob eine frühzeitige und regelmäßige Begegnung mit Technikthemen nicht nur Spaß machen kann, sondern auch Lust auf mehr macht. Also, mehr davon in Richtung Berufs- oder Studienwahl…

Ich bin Claudia Sobich, die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation im Sonderforschungsbereich „Farbige Zustände“ , habe die Schulkooperation mit entwickelt und zusammen mit den Lehrkräften und unseren Forscherinnen und Forschern die Unterrichtsmodule erstellt.

Wie alles begann?

Als erstes ist da: Die Schule

Kinder unterstützen, sich die Welt zu erschließen, das ist oft auch Berufung für Lehrerinnen und Lehrer. So zumindest geht es den Lehrkräften und auch der Schulleitung an der Wilhelm-Focke-Oberschule in Bremen. Hier wird viel Wert  auf kooperatives Arbeiten in Teams gelegt. „Das ist eine Voraussetzung für eine gute Lernatmosphäre, in der alle ihre Potentiale entfalten können“, erzählte mir die Schulleiterin Beata Warszewik. Und die Schule hat sich „Zukunftsverantwortung“ auf die Fahnen geschrieben. So ist an dieser Schule u. a. projekt- und praxisorientierter Unterricht systematisch weiterentwickelt worden, um den Schülerinnen und Schülern neben den Kulturtechniken „lesen, rechnen, schreiben“ auch andere Kernkompetenzen mit dem auf den Lebensweg zu geben. Das ist in Bremen einmalig und findet viel positive Resonanz.

Und dann sind da wir: Der Sonderforschungsbereich (SFB) „Farbige Zustände“

Sonderforschungsbereiche sind Förderprogramme für Spitzenforschung im Verbund. Sie bündeln sozusagen fächerübergreifende Forschungskompetenz für ein ganz neues Forschungsthema. Vier Jahre dauert eine Forschungsphase, drei Forschungsphasen pro SFB sind möglich.  Professor Lutz Mädler ist Sprecher unseres SFBs, in dem unter seiner Leitung eine neue Methode für die Materialforschung entwickelt wird.  Es ist zurzeit sehr aufwändig und langwierig, Werkstoffe zu entwickeln, die genau die Anforderungen erfüllen, die an sie gestellt werden. Bisher war es daher oft der Zufall, der einen interessanten Werkstoff hervorbrachte: Edelstahl ist so ein Beispiel dafür. Man war auf der Suche nach etwas ganz Anderem und zwischen den ganzen Proben war da plötzlich eine, die nicht rostete….

Mit Hilfe der neuen Methode aus dem SFB sollen zukünftig in sehr kurzer Zeit ganz neue Metalle geschaffen werden können, die speziellen Anforderungen entsprechen. Der Zufall, der bisher zur Hilfe kam, soll nun berechenbar werden.

Und so entstand das Projekt „Schule in Farbigen Zuständen“

Für unseren SFB  erhalten wir eine große Summe an Fördergeldern
von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Davon möchten wir auch über die wissenschaftliche Idee unseres SFB hinaus etwas  zurückgeben. Daher wollten wir uns in der Nachwuchsförderung engagieren.

Wenn wir Nachwuchs fördern wollen – wie gehen wir das an?  Wie erreichen wir es, dass sich junge Menschen mehr für Technik und Naturwissenschaften interessieren? Diese Fragen bewegten uns bei der Erarbeitung eines Konzeptes. Als erstes die Fragen: In welchem Alter sind Kinder noch offen, wann verfestigen sich Berufs- und Studienwünsche, wo setzen wir an? Und wie interessieren wir auch Mädchen für diese Themen? Schnell war klar, das Angebot sollte sich an jüngere Schülerinnen und Schüler richten, am besten ab der 5. Klasse. Aber wie genau sollte es aussehen? Freude am Erkunden, Vergnügen beim Tüfteln, neugierig sein, das sollte gefördert werden und am besten regelmäßig. Dafür brauchte es eine feste Kooperation. Durch einen Zufall kam ich mit der Schulleiterin Beata Warszewik ins Gespräch und die Begeisterung auf beiden Seiten, machte aus den vielen Ideen schnell ein Konzept.
Der gut ausgebaute Projektbereich der Schule bot sich dafür optimal an, ein Pilotprojekt wurde im Frühjahr 2016 durchgeführt und mit dem Konzept für die kommenden vier Jahre den Gutachtern für den SFB präsentiert. Die Gelder wurden bewilligt und wir haben im letzten Jahr die Unterrichtsmodule geplant. Gestern waren Lutz Mädler und ich für eine Kennlernstunde zum ersten Mal in der 5 a an der Wilhelm-Focke-Oberschule. Wir freuen uns auf die  erste Unterrichtseinheit, die in der nächsten Woche startet….

Claudia Sobich ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und für die Wissenschaftskommunikation im SFB 1232 zuständig.

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