Dampfmaschinen und Boote

Ingmar Bösing und Michael Baune an der Dampfmaschine

Ich  bin Ingmar Bösing und bearbeite das Teilprojekt D03 im Sonderforschungsbereich .  Zusammen mit Michael Baune und der WAT-Lehrerin Romina von Öhsen haben wir das Modul „Altmetall – mach was draus“ geplant.

Nachdem Michael Baune und ich in den ersten Stunden unser Thema Recycling und Upcycling vorgestellt hatten, wollten wir den Schülerinnen und Schülern jetzt ein paar Beispiele präsentieren, was man aus alltäglichem Altmetall herstellen kann. Für mich war es wie auch schon in der ersten Stunde eine spannende Erfahrung, mal eine ganz andere Rolle einzunehmen, die nichts mit dem Alltag als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu tun hat. Als Anschauungsmaterial hatten wir eine Dampfmaschine im Gepäck, die Michael aus alten Rohren und Pumpen gefertigt hatte. Anhand der Dampfmaschine wollten wir der Klasse auch das Prinzip, wie aus Wärme und Wasser Bewegung entsteht, vermitteln.

Michael Baune zeigt mal wie das mit Wasser und Wärme läuft
Michael Baune zeigt mal wie das mit Wasser und Wärme läuft

Dazu haben wir zuerst erarbeitet, was passiert wenn man Wasser erhitzt und dann, wie man aus der Ausdehnung des Wasserdampf Energie gewinnen kann. Ich hatte zuvor keine Vorstellung davon, wie verständlich die Prinzipien für eine 5. Klasse sind und war überrascht, wie aufgeweckt die Schülerinnen und Schüler sind.

Im Anschluss an die Dampfmaschine haben wir verschiedene Boote vorgestellt, die sich aus Altmetall bauen lassen und ebenfalls durch die Erhitzung von Wasser fahren.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Bootsbau
Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Bootsbau

Noch während wir unsere Exemplare diskutiert haben, kamen eine Menge neuer Ideen und Verbesserungsvorschläge aus der Klasse, so dass ich gespannt war,  wie die einzelnen Gruppen wohl ihre individuellen Boote umsetzen würden.

Ingmar Bösing bearbeitet das Teilprojekt D03 – Elektrochemische Analyse – im SFB 1232 und schreibt an seiner Promotion.

Von Lichtbogenöfen und Tabletspielen

Am Mittwoch, dem 14.02.2018, um 8:00 Uhr stand Frau Sobich in unserem Klassenraum. Ich fragte mich, wieso sie JETZT hier war, da wir doch eigentlich immer am Donnerstag Projektunterricht haben. Doch als Frau Börger uns erinnerte, dass wir am Donnerstag einen Ausflug ins Museum machen, haben wir verstanden.

Nach der Begrüßung holte Frau Sobich ein Dutzend Tablets heraus und verteilte uns auf Zweiergruppen. Sie teilte die Tablets aus, und sagte, wir würden nun Toontastic spielen. Das ist eine kostenlose App, mit der man Comicfilme drehen kann. Mir gefiel das Filmemachen außerordentlich gut, und ich empfehle die App weiter.

Mit drei Szenen sollten wir Fragen über das Schiff von Uluburun stellen und klären.

Nachdem wir den Film erstellt hatten, sollten wir ihn einem Lehrer zeigen und die Tablets wieder abgeben.

Leider war danach die Stunde schon vorbei.

 

Am 22.02. 2018 haben wir mit dem WAT Projekt begonnen. Dazu kamen zwei neue Mitarbeiter des SFB, Michael Baune und Ingmar Bösing. Mit dem Schwerpunkt Altmetall sind sie in unserem neuen WAT Projekt Altmetall genau richtig.

Sie beschäftigen sich damit, wie man Altmetall effizient recyceln kann. Zum Beispiel erklärten sie uns, dass man Handys nicht wegwerfen sollte, da in ihnen unter anderem Kupfer, Gold und Silber enthalten sind.

Dann haben die beiden zwei Gläser mit Metallstreifen und –spänen herumgereicht. Außen an den Gläsern waren sehr starke Magnete, die von den Spänen gehalten wurden. Mit diesen Magneten konnten wir das Metall in den Gläsern bewegen. Das hat viel Spaß gemacht.

Am Overheadprojektor hat uns Herr Bösing Bilder von einem Schmelzofen gezeigt, in dem gerade Metall geschmolzen wurde. Das Metall auf dem Bild war weißglühend. Je heißer Metall ist, desto weißer wird es.

So ein Lichtbogenofen verbraucht so viel Strom wie eine Kleinstadt. Herr Bösing sagte, dass bspw. Stahlträger je zur Hälfte aus Altmetall und Eisenerz hergestellt werden.

Danach haben wir uns Bilder von Up- und Recycling angesehen, gelernt dass das nicht dasselbe ist, und dann auch schon Frühstück ausgepackt und sind in die Pause gegangen.

Tim ist Schüler der Profilklasse von „Schule in Farbigen Zuständen“ und schreibt seit Anfang 2018 regelmäßig über die Schulstunden mit dem SFB aus seiner Sicht.

Tim bloggt jetzt mit

Ich freue mich sehr, denn Tim aus der 5a hat sich bereit erklärt, regelmäßig über die Schulstunden mit uns zu berichten. Das ist ein Riesengewinn für uns, weil wir damit nochmal, über die Evaluation der einzelnen Module hinaus, einen Blick auf unser Schulprojekt werfen können durch die Brille derer, für die wir uns das alles ausdenken. Also, ich bin ganz gespannt darauf, was so „ankommt“ am anderen Ende. Deswegen werden wir auch keine (oder nur sehr minimale) Korrekturen an seinen Texten vornehmen und Tims Sicht auf die Dinge so veröffentlichen, wie er sie bei uns einreicht.

 

Claudia Sobich ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und für die Wissenschaftskommunikation im SFB 1232 zuständig.

Altmetall – Mach was draus

Das neue Modul ist gestartet und es knüpft an im WAT-Unterricht (kurz für Wirtschaft, Arbeit, Technik). Für das 5. Schuljahr stand Recycling auf dem Lehrplan und die Kinder haben sich bisher mit dem Recycling von Kunststoffen beschäftigt. Jetzt gehts also weiter mit Metallen…

Dieses Modul haben die WAT-Lehrerin Romina von Öhsen und unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr.  Michael Baune, Leiter im Teilprojekt D03 und Ingmar Bösing, der das Teilprojekt bearbeitet, entwickelt.

Nach einer kurzen Vorstellung der neuen Gesichter geht es auch schon los. Immer wieder schön dabei ist die lange Begrüßung durch die Kinder („Guten Morgen Frau von Öhsen und Frau Sobich und Herr Baune und Herr Bösing, schön, dass Sie da sind!“ – ein Chor, der wirklich den Morgen erhellt.)

Die große Frage der heutigen Stunde ist: „Wo ist Metall im Alltag vorhanden, warum recyceln wir es und wie geht das?“.   Ingmar Bösing hat dazu eine Präsentation und viele Bilder mitgebracht und erzählt, wo Metalle auf dieser Erde gewonnen werden (in meist fernen  Ländern), dass sie nicht in unendlichen Mengen vorhanden sind und warum es Sinn macht, Metall zu recyceln.

Wie eine Mülltrennung bei Metall gelingt, zeigen Ingmar Bösing und Michael Baune sehr anschaulich. Hierfür wird in der Abfallentsorgung ein sogenannter Magnetabscheider genutzt, an dem alle magnetischen Metalle hängen bleiben. Ein Glas mit Metallspänen, die sich mit Hilfe eines Magneten bewegen lassen, haben die beiden mal mitgebracht und die Kinder geben es nur ungern an ihre Nachbarn weiter. Zu faszinierend sind diese magnetischen Späne.

Faszinierend, diese magnetischen Späne

Aber natürlich kommt sofort die Frage: „Und wie läuft das bei nicht-magnetischen Metallen?“. Die kann man entweder aussieben oder manche lassen sich auch – bei Aluminium funktioniert das ganz gut – kurzzeitig magnetisieren. Michael Baune zeigt wie’s geht und lässt Aluminium mal mit mal ohne einen Magneten durch eine Röhre fallen. Wie unterschiedliche sich das Aluminium dabei verhält, beeindruckt die Kinder.

 

Aluminium und Magnet – was geht da?

Den Kindern fallen noch viele spannende Ideen ein, wie man Altmetall als Werkstoff benutzen kann. Man kann nämlich Kupfer, Aluminium und Co. nicht nur einschmelzen und erneut  z. B.  in Elektrogeräte einbauen, die wir überall um uns herum haben, man kann auch das Altmetall einfach umfunktionieren und Möbel oder Kunst daraus machen, das ganze nennt sich dann Upcycling.

Um das neugewonnene Wissen etwas zu festigen, gibt es eine kleine Überraschung. Wir schauen zusammen einen Film, nämlich „Metall – Der Schatz im Schrott“ aus der Löwenzahn-Reihe (auf den Gesichtern der Erwachsenen erkennt man einen kleinen Schimmer von Nostalgie).

Zum Schluß gibts natürlich einen Ausblick  auf die nächste Stunde: Wir werden aus Altmetall Boote bauen. Und sie bekommen einen Antrieb. Und ganz am Ende der Unterrichtseinheit werden wir ein Wettrennen machen…

 

Claudia Sobich ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und für die Wissenschaftskommunikation im SFB 1232 zuständig.

Unsere Graduierten: Im Profil

In unseren wissenschaftlichen Teilprojekten arbeiten Menschen, die so unterschiedlich sind, wie unsere Forschung interdisziplinär ist.  Mit der Filmreihe „Im Profil“ möchten wie diese Menschen,  ihre Motivationen und ihre Forschung darstellen. Begonnen haben wir mit Saeedeh Imani, die das Teilprojekt U01 bearbeitet:

Claudia Sobich ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und für die Wissenschaftskommunikation im SFB 1232 zuständig.

War klar!

Zwischen dem Ende  des Moduls „Metallzeit – Evolution durch Werkstoffe“ und dem Beginn des nächsten (ich freu mich schon so drauf, es heißt „Altmetall – mach was draus“,  wir werden was Cooles bauen und einen Wettbewerb haben), habe ich dieses Mal nur eine Stunde mit der Klasse. Normalerweise haben wir immer 2 Wochen zwischen den Modulen, genug Zeit also, damit die Kinder unsere Evaluationsbögen ausfüllen können, wir die vergangene Einheit nochmal Revue passieren lassen und letztendlich Beiträge für diesen Blog kreieren. Also, 30 Minuten die Evaluation, 60 Minuten Zeit für alles Andere, außerdem sollten wir auch mal mit den Tablets arbeiten, die wir extra dafür angeschafft haben und die jetzt auch alle eingerichtet sind. Katrin Börger und ich sind ein wenig ratlos, da komme ich beim Mittagessen mit einer Kollegin ins Gespräch, deren Kinder bei langen Autofahrten mithilfe einer App kleine Filme erstellen und sie sagt: Das ist kurzweilig und geht ganz fix. Natürlich probiere ich das zurück in meinem Büro sofort aus und – es geht wirklich ganz fix! Problem gelöst!

Als ich mit den Tablets an diesem Morgen in die Klasse komme, habe ich schlagartig die volle Aufmerksamkeit der Kinder. „Machen wir heute was damit?“, wird aufgeregt gefragt. Die Vorfreude verhilft auch zu einem schnellen Ausfüllen der Evaluationsbögen (und die Evaluation leidet hoffentlich nicht darunter ;)). Und schon geht’s los. Allerdings gibt es natürlich Vorgaben, wir drehen nicht irgendwelche Filme, sondern die Kinder sollen sich mit dem Schiff von Uluburun beschäftigen, auf dem ja Kupfer und Zinn im geeigneten Verhältnis zur Herstellung von Bronze geladen und das mit dieser Fracht vor über 3000 Jahren vor der heute türkischen Küste gesunken war.  Die App macht uns das Filmen ganz einfach und wir haben nicht nur Riesenspaß beim Erstellen der Filme, die Kinder wiederholen auch dabei die Unterrichtseinheit und finden, so sollten wir das zukünftig immer machen. War klar, oder?

Während manche die Gelegenheit nutzen, ein Epos zu drehen, können sich andere gut aufs Wesentliche beschränken:

 

Claudia Sobich ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und für die Wissenschaftskommunikation im SFB 1232 zuständig.

Die coolsten Schuhe der Welt

Am Donnerstag, den 8. Februar um 8:20 Uhr haben wir uns mit dem Bus Richtung Universität Bremen aufgemacht. Nach einer kurzen Fahrt kamen wir an der Haltestelle Uni Zentralbereich an, wo uns der Weg weiter zum Leibniz-IWT führte und Frau Sobich und die anderen Mitarbeiter der Uni uns herzlichst in Empfang nahmen.

im Seminarraum

Zu Beginn unserer Uniexkursion haben wir wiederholt, was wir letztes Mal über das Schiff von Uluburun, das vor 3500 Jahren vor der Türkei gesunken ist, erfahren haben. Dieses Schiff hatte 9 Tonnen Kupfer und 1 Tonne Zinn geladen. Beide Metalle sind in ihren Eigenschaften sehr weich. Herr Ellendt bat uns zu überlegen, was wohl passieren würde, wenn man beide Metalle miteinander vermischt. Werden die Metalle dadurch härter oder noch weicher? Unsere Forscherfrage stand nun an der Tafel. In unseren Köpfen rauchte es. Gemeinsam suchten wir die Mischungsverhältnisse aus. Nach einer kurzen Frühstücks- und Gedankenpause entschieden wir uns für die Mischung 9:1; 1:9 sowie 10:0 und 0:10. Nachdem wir unsere Forscheraufgabe und unsere Vermutungen aufgeschrieben hatten, gingen wir nach „hinten“, um uns dort unsere Schutzkleidung abzuholen. Das war cool, denn bei den Sicherheitsschuhen konnten wir uns gegenseitig auf die Füße springen, ohne dass es weh tat. Dies waren mit Abstand die coolsten Schuhe der Welt!

In der Halle
In der Halle

Ausgerüstet mit Schuhen, Brillen, Kleidung und unserem Mischungsverhältnis sind wir in das Laborgebäude gegangen. Als Herr Ellendt eine superhohe Tür geöffnet hatte, sahen wir eine Halle voller Maschinen. Das war überwältigend!

In der Halle hing ein Plakat mit unseren Mischversuchen. Wir sollten Gruppen bilden und sind zu einem kleinen Schmelzofen gegangen. Dort hat eine Frau ein Stück Kupfer geschmolzen. Ab 800°C konnte man sehen, wie das Kupfer flüssig wurde.

Saeedeh Imani aus Teilprojekt U01 gießt heute unsere Proben

Bei 1200°C war das Kupfer ganz geschmolzen. Es sah aus wie Lava oder so ähnlich. Die Gruppen tauschten einmal durch. Meine Gruppe war nun dran, auf ein paar bereits abgekühlte Mischverhältnisse zu schlagen. Wir sollten so überprüfen, welches Mischverhältnis von Kupfer und Zinn härter war. Dazu benutzten wir einen Hammer und einen Körner.

Die verschiedenen Kupfer-Zinn-Legierungen im Härtetest

Als wir damit fertig waren sind wir weiter gegangen und an einem großen gelben Arm, mit vielen Gelenken und einer kleinen Spitze vorne dran, vorbei gekommen. Dieses gelbe Ding hat mich beeindruckt. Deshalb fragte ich Herrn Ellendt, was das ist? Er hat gesagt, das sei ein Laser. Mit dem Laser haben wir nichts ausprobiert. Aber wir sind zu einer Maschine gegangen, die Metalle verformen kann. Ich weiß aber nicht mehr, wie diese Maschine heißt. Sie funktionierte so: Vorne schiebt man eine Metall- oder Eisenstange hinein, in der Maschine schlagen dann ganz viele kleine Hämmerchen auf die Metallstange und hinten kommt sie dann dünner und länger wieder raus. Herr Ellendt hat uns erzählt, dass man solche Stangen in Autos, z.B. bei der Kupplung einsetzt. Die drei Stunden an der Uni sind viel zu schnell vergangen. Wir haben das Labor verlassen, haben die Schutzkittel, Sicherheitsschuhe und Brillen wieder ausgezogen und unser Ergebnis, also unsere Forscherfrage, besprochen.

Danach sind wir wieder gen Schule aufgebrochen.

Tim ist Schüler der Profilklasse von „Schule in Farbigen Zuständen“ und schreibt seit Anfang 2018 regelmäßig über die Schulstunden mit dem SFB aus seiner Sicht.