Von der Skizze zum Modell

Mit der heutigen Stunde endet unser Projektmodul zum Thema Architektur. Ein bisschen früher als gewohnt, öffnet sich die Tür zum Kunstraum und die Schülerinnen stürzen hinein. Immerhin möchten sie mit der Umsetzung ihres Modells fortfahren und hoffentlich auch fertig werden.

Noch bevor wir uns begrüßen können, suchen sich die Mädchen ihre Skizzen aus dem Stapel der gesammelten Zeichnungen und die zum Teil bereits angefertigten Wände ihrer Modelle. Auf dem Tisch daneben sind alle notwendigen Utensilien aufgebaut. Die Mädchen können aus einer großen Auswahl an „Baumaterialien“ wählen. Auch Lineale, Stifte, Schneideunterlagen, Scheren, Cuttermesser, Heißklebepistolen und Sägen stehen bereit.

 

Luise Lübke hilft bei dem Umgang mit dem Messer
Luise Lübke hilft bei dem Umgang mit dem Messer

Als Fundament für die Häuser dient den Mädchen ein Din-A4-großes Stück Architekt(inn)enpappe. Diese eignet sich auch besonders gut für die Wände. Luise Lübke zeigt den Mädchen, wie man Wände mit Tür- und Fenster-öffnungen aus der Pappe schneiden kann. Wenn man die Pappe nicht komplett durchschneidet sondern nur ein bis zwei Mal mit dem Cuttermesser über diese fährt, ist es möglich, die Pappe an dieser Stelle abzuknicken und nicht komplett abzutrennen. So entstehen verschließbare Türen und Fenster in den Wänden. Johanna gelingt es mit dieser Methode sogar , ihr Haus aus nur einem einzigen Stück Pappe zu erstellen. Dadurch muss sie viel weniger Wände zusammen kleben und das Haus hat einen guten Halt.

 

Konzentriertes Arbeiten
Konzentriertes Arbeiten

Hannahs und Julias Häuser stehen inmitten von Bergen, welche sie aus Styropor herstellen. Erst nachdem die Umgebung fertiggestellt ist, übertragen sie ihre Zeichnungen auf die Pappe und schneiden die Wände mit Tür- und Fensteröffnungen aus. Danach schneiden sie aus Folie die Fensterscheiben, die später von innen gegen die Wand vor die Fensteröffnung geklebt werden.

Alle Mädchen gehen sehr sorgsam mit den Messern und andern Werkzeugen um. Und achten beim beim Ausschneiden einzelner Komponente darauf, wenig Abfall zu produzieren. Sie zeichnen die einzelnen Teile ihrer Wohnhäuser sehr nahe aneinander, so kann das Material fast komplett genutzt werden. Das ist schon mal der richtige Spirit für das Projekt nach den Winterferien, in dem wir aus Altmetall Bote bauen wollen.

Sobald alle Wände, Decken, Balkone, Wintergärten, Eingangspodeste bis hin zur Folien für die Fensterscheiben fertig ausgeschnitten sind, müssen die einzelnen Teile verklebt werden. Einige Mädchen haben Heißklebepistolen zu Hause und können damit sehr gut umgehen. Luise Lübke erklärt, dass man die Heißklebepistole an der vorderen Spitze nicht anfassen darf, weil sie sehr heiß wird. Doch in der Gruppe sind auch weitere Heißklebepistolen-Exptertinnen, die jetzt den unerfahreneren Mitschülerinnen erklären, wie viel Kleber man auf welche Stelle auftragen soll. Außerdem muss man die Wände schnell aneinanderdrücken, denn obwohl der Kleber durch das Erhitzen sehr flüssig wird, kühlt er sehr viel schneller ab, als man denkt. Schön zu sehen, dass der aus mehreren Klassenstufen zusammengewürflte WP-Kurs langsam zu einem Team wächst, in dem Tipps und Unterstützung geteilt werden. Kristina zeigt, wie man mit einer schnellen Handbewegung den langen Faden löst, der sich bildet, wenn man einen Klebepunkt gesetzt hat. Und Hannah weiß, dass wenn man mit einem Stück Pappe oder dem Finger über den Kleber fährt, er sich perfekt verteilen lässt.

Es wird ohne Pause bis zum Ende gearbeitet
Es wird ohne Pause bis zum Ende gearbeitet

Am Ende der Stunde haben es einige Mädchen geschafft, ihr Haus fertig zu stellen. Aber die meisten Mädchen möchten gerne viel länger an ihrem Haus weiterbauen. Sie helfen sich gegenseitig, aber eigentlich müssen die Wände noch gestrichen werden und die komplette Inneneinrichtung fehlt. Außerdem könnte ja noch der Garten bzw. die Umgebung gestaltet werden. Luise Lübke bietet den Mädchen an, sich so viel Material wie nötig mitzunehmen, um die Häuser zu Hause fertig gestalten zu können. Großes Aufatmen geht durch den Kunstraum. Sofort überlegen sich  alle, was sie noch benötigen und viele schöne Ideen kommen auf, wie man die Wohnungen und Häuser noch einrichten und verzieren kann.

Mit der heutigen Stunde geht leider das Projekt „Die spannende Welt der Architektur“ zu Ende. Luise Lübke hatte viel ebenfalls viel Spaß und verabschiedet sich.

In der kommenden Stunde, in der letzten Woche vor den Klassenfahrten, Praktika und Herbstferien, erfahren wir, was eine High-Speed-Kamera für uns sichtbar machen kann.

Bildquellen

  • Luise Lübke hilft bei dem Umgang mit dem Messer: SFB 1232 / Claudia Sobich
  • Konzentriertes Arbeiten: SFB 1232 / Claudia Sobich
  • Es wird ohne Pause bis zum Ende gearbeitet: SFB 1232 / Claudia Sobich
  • Janne und Rabea „feilen“ an ihren Bauwerken: SFB 1232 / Claudia Sobich

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