Against the wind…

Bewegt sich was?

Und dann ist er da – der große Tag des Wettrennens. Wir haben ihn extra nach den Osterferien geplant, in der Hoffnung, einen Tag mit schönem Wetter zu erwischen. Denn natürlich findet das Wettrennen im Freien statt. Das es schön fein nieselt und ohne Jacke empfindlich kalt ist, stört aber keine Bremerinnen und Bremer – wir sind das so gewohnt! Als erstes machen wir uns im sogenannten Naschgarten der WFO an den Bau des Beckens für das Wettrennen. Michael Baune und Ingmar Bösing waren im Baumarkt und haben ein paar ordentliche Balken und Plane besorgt. Schrauben, Spritzen (na, wofür brauchen wir die??) und Feuerzeug haben wir auch dabei und den Akkuschrauber können wir aus dem gut ausgestatteten Werkraum der Schule leihen. Also, gut vorbereitet, oder??  Zumindest die halbe Miete, denn:

Der Bau des Beckens

Ganz so schnell geht die Sache mit dem Zusammenschrauben dann doch nicht voran und einige Kinder sind zwischendurch nicht so beschäftigt, als dass sie nicht Zeit hätten, laut durch den Naschgarten zu turnen und den Vögeln das Vogelfutter wegessen zu wollen. Da führe ich an diesem Morgen dann nebenbei auch – wie ich finde – sinnvolle Diskussionen darüber, ob die Sonnenblumenkerne in den Vogelhäuschen und „Naschgarten“ irgendwas miteinander zu tun haben… Einsicht ist aber schnell vorhanden, spätestens nach der Frage, wo die Toiletten der Vögel sind?

Und dann werden alle zum Befüllen des Beckens abgeordnet. Das läuft gut mit vielen Gießkannen und Eimern und auch einigen nassen Füßen und lautem Gejubel, als der richtige Wettkampfwasserstand erreicht ist. Bei diesem Wetter ist es letztendlich auch egal, ob das Wasser jetzt von oben oder von der Seite kommt. Einen Wasseranschluss und Schlauch werden wir nächstes Mal trotzdem mitplanen.

Wasser anschleppen im Akkord
Wasser anschleppen im Akkord (oder so!)

Die Boote werden ins Becken gesetzt, der Kupferrohrantrieb mit Wasser befüllt (Spritze!!) und die Kerzen angezündet und dann – kommt zu nass auch noch windig. Jetzt hat das Boot mit dem großen Segel natürlich  einen klaren Vorteil, das Boot fährt zügig voran, wenn auch eher im Kreis als geradewech.  Bei allen anderen sind die Kerzen mehr aus als an und sie kommen nicht so richtig vom Fleck. Besser wird es, als wir einen Teil der Plane als Windschutz einsetzen und die Boote in Fahrt kommen.

Jetzt nochmal mit Windschutz
Jetzt nochmal mit Windschutz

Zur Abschlussbesprechung gibts  noch die Frage, „Was würdet Ihr nächstes Mal anders machen oder bauen?“. Und da haben wir augenblicklich lauter Ingenieurinnen und Ingenieure vor uns, die sich sehr ernsthaft über ihre Konstruktionsfehler und – schwächen unterhalten und Lösungen für ein nächstes Mal präsentieren. Ich bin an diesem Morgen total stolz auf diese Klasse, die so cool an ihren Projekten arbeitet. Und wir haben uns unsere Verbesserungsmöglichkeiten auch notiert, denn diese Einheit bieten wir im Januar 2019 im Wahlpflichtbereich der Schule an.

 

 

Einfach mal „Hallo“ sagen

Wir sind mit dem SFB auf Klausurtagung am 01. und 02. März. Das machen wir einmal pro Halbjahr. Alle SFB-Mitarbeitenden nehmen teil und dann kommen fast 40 Leute zusammen. Es sind meist zwei sehr intensive Tage, in denen die Projektstände vorgetragen, die Ziele für das nächste halbe Jahr besprochen und auch die dafür notwendige Vernetzung innerhalb des SFBs  ausgerichtet werden.

Diesmal hatte ich mit dem Projekt Öffentlichkeitsarbeit den ersten Vortrag.  Und da sich schon so viele SFB’ler im Projekt „Schule in Farbigen Zuständen“ engagiert haben, wollte ich  den Film über die Schulstunde vom 11.01. und ein aktuelles Foto der Klasse zeigen . Als ich Katrin Börger danach fragte, hatte sie eine viel genialere Idee und schickte mir einen Videogruß der Klasse.

Da sollte natürlich ein Gruß zurück an die Klasse gehen. Nicht so schön im Chor wie die 5a – aber sehr herzlich!  Denn alle haben sich über dieses fröhliche „Hallo“ der Klasse gefreut.  Irgendwie gehört sie inzwischen schon  zu uns…

Tim bloggt jetzt mit

Ich freue mich sehr, denn Tim aus der 5a hat sich bereit erklärt, regelmäßig über die Schulstunden mit uns zu berichten. Das ist ein Riesengewinn für uns, weil wir damit nochmal, über die Evaluation der einzelnen Module hinaus, einen Blick auf unser Schulprojekt werfen können durch die Brille derer, für die wir uns das alles ausdenken. Also, ich bin ganz gespannt darauf, was so „ankommt“ am anderen Ende. Deswegen werden wir auch keine (oder nur sehr minimale) Korrekturen an seinen Texten vornehmen und Tims Sicht auf die Dinge so veröffentlichen, wie er sie bei uns einreicht.

 

Altmetall – Mach was draus

Das neue Modul ist gestartet und es knüpft an im WAT-Unterricht (kurz für Wirtschaft, Arbeit, Technik). Für das 5. Schuljahr stand Recycling auf dem Lehrplan und die Kinder haben sich bisher mit dem Recycling von Kunststoffen beschäftigt. Jetzt gehts also weiter mit Metallen…

Dieses Modul haben die WAT-Lehrerin Romina von Öhsen und unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr.  Michael Baune, Leiter im Teilprojekt D03 und Ingmar Bösing, der das Teilprojekt bearbeitet, entwickelt.

Nach einer kurzen Vorstellung der neuen Gesichter geht es auch schon los. Immer wieder schön dabei ist die lange Begrüßung durch die Kinder („Guten Morgen Frau von Öhsen und Frau Sobich und Herr Baune und Herr Bösing, schön, dass Sie da sind!“ – ein Chor, der wirklich den Morgen erhellt.)

Die große Frage der heutigen Stunde ist: „Wo ist Metall im Alltag vorhanden, warum recyceln wir es und wie geht das?“.   Ingmar Bösing hat dazu eine Präsentation und viele Bilder mitgebracht und erzählt, wo Metalle auf dieser Erde gewonnen werden (in meist fernen  Ländern), dass sie nicht in unendlichen Mengen vorhanden sind und warum es Sinn macht, Metall zu recyceln.

Wie eine Mülltrennung bei Metall gelingt, zeigen Ingmar Bösing und Michael Baune sehr anschaulich. Hierfür wird in der Abfallentsorgung ein sogenannter Magnetabscheider genutzt, an dem alle magnetischen Metalle hängen bleiben. Ein Glas mit Metallspänen, die sich mit Hilfe eines Magneten bewegen lassen, haben die beiden mal mitgebracht und die Kinder geben es nur ungern an ihre Nachbarn weiter. Zu faszinierend sind diese magnetischen Späne.

Faszinierend, diese magnetischen Späne

Aber natürlich kommt sofort die Frage: „Und wie läuft das bei nicht-magnetischen Metallen?“. Die kann man entweder aussieben oder manche lassen sich auch – bei Aluminium funktioniert das ganz gut – kurzzeitig magnetisieren. Michael Baune zeigt wie’s geht und lässt Aluminium mal mit mal ohne einen Magneten durch eine Röhre fallen. Wie unterschiedliche sich das Aluminium dabei verhält, beeindruckt die Kinder.

 

Aluminium und Magnet – was geht da?

Den Kindern fallen noch viele spannende Ideen ein, wie man Altmetall als Werkstoff benutzen kann. Man kann nämlich Kupfer, Aluminium und Co. nicht nur einschmelzen und erneut  z. B.  in Elektrogeräte einbauen, die wir überall um uns herum haben, man kann auch das Altmetall einfach umfunktionieren und Möbel oder Kunst daraus machen, das ganze nennt sich dann Upcycling.

Um das neugewonnene Wissen etwas zu festigen, gibt es eine kleine Überraschung. Wir schauen zusammen einen Film, nämlich „Metall – Der Schatz im Schrott“ aus der Löwenzahn-Reihe (auf den Gesichtern der Erwachsenen erkennt man einen kleinen Schimmer von Nostalgie).

Zum Schluß gibts natürlich einen Ausblick  auf die nächste Stunde: Wir werden aus Altmetall Boote bauen. Und sie bekommen einen Antrieb. Und ganz am Ende der Unterrichtseinheit werden wir ein Wettrennen machen…

 

Unsere Graduierten: Im Profil

In unseren wissenschaftlichen Teilprojekten arbeiten Menschen, die so unterschiedlich sind, wie unsere Forschung interdisziplinär ist.  Mit der Filmreihe „Im Profil“ möchten wie diese Menschen,  ihre Motivationen und ihre Forschung darstellen. Begonnen haben wir mit Saeedeh Imani, die das Teilprojekt U01 bearbeitet:

War klar!

Zwischen dem Ende  des Moduls „Metallzeit – Evolution durch Werkstoffe“ und dem Beginn des nächsten (ich freu mich schon so drauf, es heißt „Altmetall – mach was draus“,  wir werden was Cooles bauen und einen Wettbewerb haben), habe ich dieses Mal nur eine Stunde mit der Klasse. Normalerweise haben wir immer 2 Wochen zwischen den Modulen, genug Zeit also, damit die Kinder unsere Evaluationsbögen ausfüllen können, wir die vergangene Einheit nochmal Revue passieren lassen und letztendlich Beiträge für diesen Blog kreieren. Also, 30 Minuten die Evaluation, 60 Minuten Zeit für alles Andere, außerdem sollten wir auch mal mit den Tablets arbeiten, die wir extra dafür angeschafft haben und die jetzt auch alle eingerichtet sind. Katrin Börger und ich sind ein wenig ratlos, da komme ich beim Mittagessen mit einer Kollegin ins Gespräch, deren Kinder bei langen Autofahrten mithilfe einer App kleine Filme erstellen und sie sagt: Das ist kurzweilig und geht ganz fix. Natürlich probiere ich das zurück in meinem Büro sofort aus und – es geht wirklich ganz fix! Problem gelöst!

Als ich mit den Tablets an diesem Morgen in die Klasse komme, habe ich schlagartig die volle Aufmerksamkeit der Kinder. „Machen wir heute was damit?“, wird aufgeregt gefragt. Die Vorfreude verhilft auch zu einem schnellen Ausfüllen der Evaluationsbögen (und die Evaluation leidet hoffentlich nicht darunter ;)). Und schon geht’s los. Allerdings gibt es natürlich Vorgaben, wir drehen nicht irgendwelche Filme, sondern die Kinder sollen sich mit dem Schiff von Uluburun beschäftigen, auf dem ja Kupfer und Zinn im geeigneten Verhältnis zur Herstellung von Bronze geladen und das mit dieser Fracht vor über 3000 Jahren vor der heute türkischen Küste gesunken war.  Die App macht uns das Filmen ganz einfach und wir haben nicht nur Riesenspaß beim Erstellen der Filme, die Kinder wiederholen auch dabei die Unterrichtseinheit und finden, so sollten wir das zukünftig immer machen. War klar, oder?

Während manche die Gelegenheit nutzen, ein Epos zu drehen, können sich andere gut aufs Wesentliche beschränken:

 

Das Schiff von Uluburun

Ein versunkenes Schiff, mehr als 3000 Jahre alt. Eine geheimnisvolle Ladung, bestehend aus Zinn und Kupfer, Schmuck, Amphoren, einem vergoldeten Rollsiegel und Dolchen. Was sich auf den ersten Blick wie ein spannender Geschichts-Krimi anhört, ist das Thema unserer heutigen Unterrichtsstunde.

Nachdem die Graduierten aus dem Sonderforschungsbereich in der letzten Stunde erklärt haben, wie es ist, als Forscherin und Forscher zu arbeiten, sind die Kinder heute mal wieder selber dran: Erforscht werden soll das  Schiff von Uluburun (mehr dazu hier), welches ca. 1300 v. u.Z. vor der türkischen Südküste sank und dessen interessante Ladung 1982 geborgen wurde.

Wie beim Forschen so üblich, stellen die Schülerinnen und Schüler zunächst Hypothesen an, wohin das Schiff unterwegs war und vor allem, wieso es so viel Zinn und Kupfer an Bord hatte. Was sofort auffällt, ist die eigentümliche Form der  Metallbarren. Die Kinder finden schnell, dass man sich das einmal genauer angucken sollte. Auch der Schiffstyp, die Ladung und der Fundort des Wracks könnten eine wichtige Rolle spielen bei des Rätsels Lösung.

Um sich den verschiedenen Fragestellungen widmen zu können, arbeiten die Kinder in kleinen Gruppen. Schließlich haben sie in der letzten Stunde gelernt, dass es wichtig ist, viele Spezialisten im Team zu haben und es einfach unmöglich ist für einen Menschen, alles zu wissen.

Wo auf der Karte ist das?

Eine Gruppe breitet also erstmal eine historische Karte auf dem Tisch aus und stellt Vermutungen über die Herkunft der Ladung an. Das Rollsiegel? Erfunden von den Babyloniern, die in einer Tiefebene lebten, die sich zwischen der heutigen Stadt Bagdad (im Irak) und dem Persischen Golf erstreckt. Die Dolche? Aus dem Reich Mykene, im heutigen Griechenland und über 3000 Kilometer entfernt von Babylon. Der goldene Skarabäus? Eindeutig ägyptisch! Es scheint, als sei die Herkunft der Ladung einmal rund ums Mittelmeer verteilt.

Eine andere Gruppe sieht sich das Schiff genauer an. Es hat ein Segel und 2 seitliche Ruder, allerdings keinen richtigen Kiel, den man für eine gezielte Steuerung des Schiffes eigentlich bräuchte. Es gab damals noch nicht viele ausgebauten Häfen, wie wir sie heute kennen, erklärt Nils Horstmann, der GuP-Lehrer. Deswegen war es wichtig, die Schiffe auf dem Sandstrand anlanden zu können. Aber: Ohne Kiel war man eben auch abhängig von den Winden und Meeresströmungen… wie sah wohl die Route des Schiffes aus?

Merkwürdige Kupferbarren

Die beiden anderen Gruppen beschäftigten sich mit Kupfer und Zinn. Welche Eigenschaften haben diese Metalle? Kupfer ist weich und gut verformbar und dass es in der Natur als Kupfererz vorkommt, dass hatten wir ja schon im Januar gelernt, als wir selber Kupfer gewonnen hatten. Die Frage aber ist, woher stammt es womöglich. Alle Latein sprechenden Menschen ahnen es, für uns war das neu:  „Cuprum“ (lat. für Kupfer)  leitet sich ab von „cyprium“, was übersetzt „Erz von der Insel Zypern“ heißt. Und Zypern liegt auch im Mittelmeer, vor der Küste der heutigen Türkei und Syrien. Und das Zinn? Es ist auch weich und verformbar, hat aber einen viel geringeren Schmelzpunkt und abgebaut wurde es vielleicht im Taurus-Gebirge in der heutigen Türkei.

Woher stammen die weiteren Gegenstände?

An der Tafel werden  alle Informationen zusammengetragen und die Gruppen erläutern ihre jeweiligen Vermutungen. Es kann leider nicht geklärt werden, warum das Schiff gesunken ist (worüber wir aber auch gerne wilde Vermutungen anstellen), aber für alles Andere können wir sagen: Wahrscheinlich war das Schiff ein Handelsschiff, das die Winde und Strömungen des Mittelmeers nutzte. In den Häfen, die es dabei anlief, hat es Ladung gelöscht und aufgenommen und dadurch haben die Völker im östlichen Mittelmeerraum Handel miteinander getrieben. Kupfer und Zinn sind wertvolle Materialien, aus denen man hochwertige Gegenstände herstellen kann.

Bleibt noch (unter einigen anderen) die Frage, was die Menschen wohl damals mit Kupfer und Zinn angestellt haben? In zwei Wochen – nach den Winterferien – beantworten wir das an der Uni! Kleiner Tipp vorab: Es hieß ja nicht Kupfer- oder Zinnzeit so um die Zeit damals, als das Schiff von Uluburun sank…

 

Forschung im Vergleich – ein Trip durch die Zeit

Wir sind als Zeitreisende unterwegs, von der Steinzeit geht es heute wieder zurück in die Gegenwart. Erstmal mit der Frage, war das eigentlich Forschung, was wir da letzte Woche als Steinzeitmenschen nachgelebt hatten? Also, sowas wie Urforschung? Haben Menschen damals eigentlich geforscht? Oder sind sie nur über Zufälle gestolpert?

Nils Horstmann will das mit der Klasse heute diskutieren und  hat zwei Bilder zum Vergleich an die Wand geworfen:

Forschung früher und heute: Gibt es Gemeinsamkeiten?

Vieles scheint sehr offensichtlich: Heute arbeiten Forscherinnen und Forscher mit Computern und tragen weiße Kittel dabei! ! Früher haben die Menschen wohl eher zufällig geforscht, heute geht man systematisch vor! Ist das so? Das ist unsere heutige Frage:

Forschung früher (Jungsteinzeit) und heute (2018) – wie prägten Zufälle die Forschung früher und wie prägen sie Forschung heute?

„Wie könnten wir das herausfinden?“, fragt Nils Horstmann und Joris will das ganz pragmatisch lösen: Er schlägt vor,  an die Uni zu fahren und mal kurz nachzufragen. Auch eine gute Idee, aber der Einfachheit halber kommt heute die Uni in die Schule 😉 und zwar in Form von Nils Ellendt, der das Projekt ja mitentwickelt hat, und  einigen unserer Graduierten.

Anastasiya Tönjes, Heike Sonnenberg, Alexander Bader und Gerlies Schulz sind bereit, sich befragen zu lassen: Wozu braucht es Forscherinnen und Forscher überhaupt? Woran forschst du im SFB?  Was macht eine Forscherin aus? Was begeistert dich an deiner Arbeit?

Die Forscherinnen und Forscher aus dem SFB zu Besuch im Klassenraum
Die Forscherinnen und Forscher aus dem SFB zu Besuch im Klassenraum

Und sie sind zugegebenermaßen genauso  aufgeregt wie die Kinder der 5 a, als die jetzt erfahren, dass sie diesen Besuch bekommen. Gerlies Schulz bearbeitet das Teilprojekt Z02 und schreibt mir hinterher:

„Für mich war das Interview mit den Schülerinnen und Schülern eine kleine Herausforderung, da ich nahezu keine Erfahrung im Umgang mit Schulkindern in diesem Alter besitze. Ich war sehr aufgeregt aber auch sehr gespannt, was mich dort erwarten würde. Als ich „meiner“ Gruppe zugeordnet wurde, habe ich mich dann auch direkt in die Zeit zurückgesetzt gefühlt, als ich selbst in diesem Alter und Schülerin war. Ich habe mich also eher „wie eine von ihnen“ gefühlt und nicht wie „die erwachsene Forscherin“. Da den Gruppen eine genaue Bearbeitungszeit vorgegeben wurde, ging das Interview auch schon direkt los. Der Wurf in das kalte Wasser war also schnell vollbracht.

Gerlies Schulz nach dem Sprung ins kalte Wasser

Ich merkte innerhalb weniger Augenblicke, wie unterschiedlich alle Kinder meiner Gruppe waren. Bei einem Kind dachte ich mir: „Ja, das könntest du früher gewesen sein!“ Ich hatte das Gefühl, mich aber sehr gut in jedes Kind hineinversetzen zu können. Natürlich hatte ich auch den Ehrgeiz, die Aufgabe perfekt zu lösen und den Wunsch, dass es ein richtig gutes Interview wird. Am Ende der Stunde hatte ich allerdings das Gefühl, dass es mir nicht meinen Ansprüchen entsprechend gelungen war, den Kindern das geforderte Wissen zu vermitteln. Ich hatte nach jeder gegeben Antwort das Gefühl, dass ich mich viel zu kompliziert ausgedrückt hatte. Meine wissenschaftliche Tätigkeit für Kinder dieses Alters anschaulich darzustellen, war – wie erwartet – nicht ganz einfach. Ein kleines bisschen mehr Zeit wäre schön gewesen, da sich zwischendurch ein Zeitdruck aufgebaut hatte. Aber es war eine gute Übung auch für mich und ich denke, dass die Kinder aus meiner Gruppe trotzdem genug Spannendes aus meinen Erzählungen mitnehmen konnten.“

Und das haben sie sicher, denn unsere Graduierten haben auch was zum Anfassen mitgebracht.

Alexander Bader zeigt, wie die winzigen Kugeln transportiert werden
Alexander Bader zeigt, wie die winzigen Kugeln transportiert werden

Und das wurde gerne und viel auprobiert.  Insbesondere die kleinen Kugeln, die bei uns im Hochdurchsatz getestet werden sollen, fanden alle spannend.

Heike Sonnenberg hat ihren Aspirator mitgebracht

Und dann wurde natürlich darüber gesprochen, wofür man denn die kleinen Proben benötigt und was das alles mit dem Zufall zu tun hat? Der Zufall spielt nach wir vor eine große Rolle in der Forschung, auch in der Materialentwicklung. Durch die vielen kleinen Proben können wir ganz viele verschiedene Legierungen und Bearbeitungen testen und so dem Zufall eine  Chance geben.

Anastasiya Tönjes berichtet aus ihrem Alltag als Forscherin
Anastasiya Tönjes berichtet aus ihrem Alltag als Forscherin

Alle Informationen werden auf Metaplankarten gesammelt und auf das große Poster geklebt, dass ich heute mitgebracht habe.

 

Leonie schreibt die Stichworte auf
Leonie schreibt die Stichworte auf

Aus den Stichworten, die jetzt gesammelt sind, lässt sich erkennen, dass alle unsere Graduierten die Neugier zu Forschung und Wissenschaft gebracht hat. Aber auch, dass sie neben einem planvollen und systematischen Herangehen an ihre Forschung Augen und Ohren offen haben, für all die Zufallsergebnisse, die sich ergeben könnten.

Die Kinder formulieren die Antwort auf die heutige Frage so: „Die Forscherinnen und Forscher heute haben wir uns anders vorgestellt. Früher haben die Menschen Entdeckungen durch Zufall gemacht und dann weiter ausprobiert. Heute wird zwar planmäßig und mit System geforscht, aber der Zufall spielt eine große Rolle. Durch kleine Proben und viele Experimente soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, einen Zufallstreffer zu landen.“

 

 

Auf der Suche nach Informationen

Rund um das Thema Fragen geht es weiter. Und zu „Fragen“ gehören natürlich auch „Antworten“. Wie kommt man denn schlau an Antworten und Informationen? Wie kommen wir heute an Informationen und wie war das eigentlich früher? Welche Medien nutzen wir am besten wofür? Und – ganz wichtig – woher wissen wir, ob Informationen auch richtig sind?

Das  sind schon wieder eine Menge Fragen, aber viele Arme sind oben und alle reden mit. Das Internet und Handy sind klare Favoriten bei der Suche nach  Informationen, aber auch die Familie wird eindeutig als ein Wissensquell gesehen. Und Lehrerinnen und Lehrer auch ;).

Nach einer kleinen Einstiegsdiskussion, in der schon viele Vorschläge und Ideen gesammelt werden, sehen wir uns gemeinsam einen Film dazu an. Danach vervollständigen wir an der Tafel unsere Sammlung an möglichen Informationsquellen und bekommen eine ansehnliche Menge zusammen:

Wer oder was sind Informationsquellen?

Der Film regt auch dazu an, darüber nachzudenken, was mit den eigenen Daten im Internet passiert und darüber diskutieren wir anschließend mit den Kindern. Die sind da schon ganz kritisch! Verblüffend für Fünftklässler finde ich.

Aber alles in allem wird klar: Auch in dem riesigen Meer an Informationen, das wir heutzutage dank Internet, Zeitung, Fernsehen und Radio haben – ohne (Nach-)Fragen kommen wir nicht aus. Und leichtgläubig sollte man erst recht nicht sein.

Für diesen Blog wollten die Kinder noch  ihre Statements zum Thema geben und hier sind sie:


Fragenstellen ist wichtig, weil man dadurch lernt.
Man lernt nicht für den Moment, sondern fürs Leben.
Durch das Fragen erfährt man Antworten.

Die Medien sind für heute eine wichtige Informationsbeschaffung. Allerdings gehen vom Internet Gefahren aus. Wenn man etwas reinstellt und es wieder löscht, bleibt es im Internet. Man darf es aber genau so nutzen, wie andere Medien.

Fragenstellen ist wichtig, weil wenn man keine Fragen stellt, bleibt man dumm. Beispiel: Wenn mein Flugzeug schon um 18:00 Uhr fliegt, aber ich denke mein Flugzeug fliegt erst um 20:00 Uhr und mich nicht traue zu fragen, dann verpasse ich meinen Flug. Dadurch verliere oder verschenke ich viel Geld.

Wir finden Fragen wichtig, weil man ohne Fragen die Antwort sonst nicht weiß und die falsche Antwort anderen erzählt, die denken dann, dass die Antwort richtig ist und erzählen es wieder anderen. Danach denken viele die Antwort wäre richtig usw.

Aus Fragen lernt man und wird schlauer. Aber manche Kinder sind zu schüchtern oder haben Angst und trauen sich deswegen nicht vor der Klasse Fragen zu stellen und bleiben vielleicht deswegen sitzen oder haben immer schlechte Zensuren. Fragen helfen einem im Leben schneller an das zu kommen, was man sucht. Lieber einmal mehr fragen, als sitzen zu bleiben oder dumm zu bleiben.


Alba und Merlin lesen vor, was ihnen zum Thema „Fragen“ eingefallen ist

Mehr gibts dazu  nicht zu sagen,  außer – dann mal schöne Weihnachtsferien, liebe 5a. Weiter gehts am 11. Januar 2018. Rutscht alle gut rein!