Auf der Suche nach Informationen

Rund um das Thema Fragen geht es weiter. Und zu „Fragen“ gehören natürlich auch „Antworten“. Wie kommt man denn schlau an Antworten und Informationen? Wie kommen wir heute an Informationen und wie war das eigentlich früher? Welche Medien nutzen wir am besten wofür? Und – ganz wichtig – woher wissen wir, ob Informationen auch richtig sind?

Das  sind schon wieder eine Menge Fragen, aber viele Arme sind oben und alle reden mit. Das Internet und Handy sind klare Favoriten bei der Suche nach  Informationen, aber auch die Familie wird eindeutig als ein Wissensquell gesehen. Und Lehrerinnen und Lehrer auch ;).

Nach einer kleinen Einstiegsdiskussion, in der schon viele Vorschläge und Ideen gesammelt werden, sehen wir uns gemeinsam einen Film dazu an. Danach vervollständigen wir an der Tafel unsere Sammlung an möglichen Informationsquellen und bekommen eine ansehnliche Menge zusammen:

Wer oder was sind Informationsquellen?

Der Film regt auch dazu an, darüber nachzudenken, was mit den eigenen Daten im Internet passiert und darüber diskutieren wir anschließend mit den Kindern. Die sind da schon ganz kritisch! Verblüffend für Fünftklässler finde ich.

Aber alles in allem wird klar: Auch in dem riesigen Meer an Informationen, das wir heutzutage dank Internet, Zeitung, Fernsehen und Radio haben – ohne (Nach-)Fragen kommen wir nicht aus. Und leichtgläubig sollte man erst recht nicht sein.

Für diesen Blog wollten die Kinder noch  ihre Statements zum Thema geben und hier sind sie:


Fragenstellen ist wichtig, weil man dadurch lernt.
Man lernt nicht für den Moment, sondern fürs Leben.
Durch das Fragen erfährt man Antworten.

Die Medien sind für heute eine wichtige Informationsbeschaffung. Allerdings gehen vom Internet Gefahren aus. Wenn man etwas reinstellt und es wieder löscht, bleibt es im Internet. Man darf es aber genau so nutzen, wie andere Medien.

Fragenstellen ist wichtig, weil wenn man keine Fragen stellt, bleibt man dumm. Beispiel: Wenn mein Flugzeug schon um 18:00 Uhr fliegt, aber ich denke mein Flugzeug fliegt erst um 20:00 Uhr und mich nicht traue zu fragen, dann verpasse ich meinen Flug. Dadurch verliere oder verschenke ich viel Geld.

Wir finden Fragen wichtig, weil man ohne Fragen die Antwort sonst nicht weiß und die falsche Antwort anderen erzählt, die denken dann, dass die Antwort richtig ist und erzählen es wieder anderen. Danach denken viele die Antwort wäre richtig usw.

Aus Fragen lernt man und wird schlauer. Aber manche Kinder sind zu schüchtern oder haben Angst und trauen sich deswegen nicht vor der Klasse Fragen zu stellen und bleiben vielleicht deswegen sitzen oder haben immer schlechte Zensuren. Fragen helfen einem im Leben schneller an das zu kommen, was man sucht. Lieber einmal mehr fragen, als sitzen zu bleiben oder dumm zu bleiben.


Alba und Merlin lesen vor, was ihnen zum Thema „Fragen“ eingefallen ist

Mehr gibts dazu  nicht zu sagen,  außer – dann mal schöne Weihnachtsferien, liebe 5a. Weiter gehts am 11. Januar 2018. Rutscht alle gut rein!

 

 

 

Und jetzt blinkt sie….

Große und gespannte Ungeduld heute. Die Kinder sitzen Punkt 8 alle an ihren Tischen, die Schulranzen schon aus dem Weg geräumt, die Jacken ausgezogen. „Bitte sofort loslegen!“, ist die nonverbale Botschaft!

Sehr gerne! Eigentlich hatten wir nämlich schon in der letzten Stunde auch  die LEDs zum Blinken bringen wollen, aber uns war die Zeit davon gelaufen. Deswegen wollen wir heute damit starten.

Lutz Mädler ist auch wieder dabei – er war ganz gespannt darauf, wie es sich mit den Arduinos arbeiten lässt und schaut den Kids der 5 a heute neugierig über die Schultern.

Zu Beginn erklärten Sebastian Huhn und Markus Leuschner nochmal ganz genau, wie und warum die Kabel anders gesteckt werden müssen, um die LEDs blinken zu lassen  und was man im Programm alles ändern kann, damit die Lampen unterschiedlich lang leuchten.

Bevor die Kinder mit eigenen Projekten starten, wollen wir ganz sicher gehen, dass diese Grundlagen bei allen angekommen sind.

So sah die erfolgreiche Umsetzung aus:

Markus Leuschner hat 12 Projekte vorbereitet. Alles Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Fotos. Das hat ihn einige Tage Zeit gekostet, aber die Mühe hat sich gelohnt, wie sich  später zeigt.

Diese Projekte haben unterschiedliche Schweregrade. Die Kinder sollen sich und ihre Kenntnisse selber einschätzen und entsprechend wählen. Bei der Verteilung der Projekte können sich alle gut einigen und die Schwierigkeitsgrade werden auch über die Jungs- und Mädchenteams gleichermaßen  verteilt. Das freut uns, dass die Mädchen sich hier auch was zutrauen, denn die Vorkenntnisse zum Thema Programmieren lagen eher auf der Seite der Jungen.

Markus  Leuschner beantwortet noch letzte Fragen, bevor es losgehen soll. Die lustigste kommt von Phillip: „Können wir endlich anfangen?“

Zwischendurch hatten wir in dieser Stunde Besuch von Maren Brandstätter und Charlotte Behr, beide von der Bremer Regionalzeitung „Weser-Kurier“. Sie wollten gerne erfahren, wie unser Schulprojekt in der Umsetzung aussieht. Und so stand es dann eine Woche später in der Zeitung:

Artikel Weser-Kurier Stadtteilbeilage vom 16.11.2017

 

 

 

Arduinos am Start

Programmieren ist angesagt. Zumindest bei den Kids der 5a. Im Vorfeld befragt, worauf sie sich am meisten freuen, war die überwältigende Antwort: Programmieren. Da war der Druck schon nicht unerheblich für diese Unterrichtseinheit ;).

Und dann zeigte sich in der ersten Stunde, dass die Vorkenntnisse der Schülerinnen und  Schüler hier weit auseinandergehen. Während einige zu Hause mit den Eltern schon erste Programmierkenntnisse erworben oder bei Geburtstagsfeiern  kleine Roboter programmiert haben, können andere nur rudimentär mit der Computertastatur umgehen. Also, alle abholen und mitnehmen, ohne dass sich jemand Anderes langweilt – das wird nicht einfach, war uns nach der ersten halben Stunde klar. Aber wär ja auch für uns langweilig, wenn da nicht etwas Herausforderung wäre.

Diese Unterrichtseinheit ist vorbereitet worden vom Mathematiklehrer Markus Leuschner und unseren Informatikern Sebastian Huhn (TP P01) und Jannis Stoppe (TP P02).

Jannis Stoppe und Sebastian Huhn erklären wie’s geht

Um mit den Kindern in die Welt des Programmierens einzutauchen, hatten wir uns für Arduinos entschieden.  Sebastian Huhn und Jannis Stoppe empfahlen, die wären am besten für einen Start geeignet. Der Arduino besteht aus Hardware und Software. Die Hardware ist ein kleines „Board“  mit einem Mikrocontroller und analogen und digitalen Ein- und Ausgängen. Die Software  basiert auf der Programmiersprache Processing und soll auch technisch weniger Versierten den Zugang zur Programmierung und zu Mikrocontrollern erleichtern. Markus Leuschner hatte vorher noch nichts mit Arduinos gemacht und in den Monaten der Vorbereitung intensiv und mit viel Elan an den kleinen Programmiereinheiten getüftelt und die Projekte vorbereitet.

Arduinos im Schuhkartondeckel

Angefangen haben wir die erste Stunde damit, mal gemeinsam zu gucken, was in unserem Alltag denn überhaupt programmierbar ist (und zwar hier). Im Abstimmungsverfahren lagen die Kinder 100 % richtig und konnten auch den Unterschied zwischen programmierbarem und „normalem“ Kühlschrank sofort erkennen. Über programmierbare Toiletten wurde einen Moment lang gerätselt, aber nee….

Na, dann also los! Markus Leuschner hatte die Arduinos in Schuhkartondeckel geklebt, damit sind sie und die vielen Kleinteile schnell aus- und wieder eingepackt. Gemeinsam und Schritt für Schritt erklärt, sollte als erstes eine LED zum Leuchten gebracht werden. Wozu sind welche Steckverbindungen auf dem Board notwendig? Wo ist der Plus- wo der Minuspol? Was ist ein Widerstand und wozu braucht man den? Diese Frage allerdings klärte sich  ganz schnell, denn einige Widerstände waren dann doch nicht ganz korrekt gesteckt und schon rauchten die LEDs ab.

Am Ende der ersten Stunde dann hatten alle ihr Programm richtig aufgerufen, die Worte „if“ und „else“ verstanden und eine LED zum Leuchten gebracht. Viel Freude auf den Gesichtern – und viel Vorfreude auf die nächste Stunde bei den Kindern.

 

„Aus dir wird mal eine Lehrerin!“

Diese Worte höre ich immer noch in meinen Ohren. Vor zwanzig Jahren  schüttelte ich noch vehement den Kopf, als meine Klassenlehrerin dies sagte. Auch wenn ich als Kind oft mit meinen Kuscheltieren und Puppen Schule  spielte, gehörte „Lehrer sein“ nicht unbedingt zu meiner Traumvorstellung. Ich wollte mit Delfinen im Amazonas schwimmen, auf den Spuren von Dian Fossey die Berggorillas in Ruanda erforschen und in der Tiefsee neue Arten  entdecken.

Das klang in meinem Kopf nach echtem Abenteuer und Spaß. Schon als Kind habe ich alles um mich herum untersucht und erforscht. So lebte eine Ameisenkolonie unter dem Teppich im Wohnzimmer (ganz zur Freude meiner Eltern) oder die Frösche machten sich aus der für sie eigens von mir gebauten Rennarena auf Erkundungstour durch das Haus, um dann im Abwaschbecken meiner Mutter einen Zwischenstopp einzulegen. Ich wollte wissen, ob Schmetterlinge auch ohne Beine fliegen können, wieso ein Fisch Kiemen hat, warum das Meerwasser blau, aber das Wasser in meinem Trinkglas farblos ist?

Forschen, das war ich und so studierte ich nach dem Abitur selbstverständlich Biologie. Aber bereits im Grundstudium merkte ich, dass mir irgendwas fehlte. Ich war nicht komplett. Also wagte ich das Unmögliche! Ich schrieb mich an der Universität für die Fächer Biologie und Geografie auf Lehramt ein. Und von da an hatte ich einen Plan – so schnell wie möglich Lehrerin werden! Zwanzig Jahre später kann ich behaupten, dass „Lehrer sein“ doch meine Traumvorstellung und die Schule sehr wohl ein Ort für Abenteuer und Spaß ist. Für mich gibt es nichts Schöneres, als Kinder zum Staunen zu bringen, sie für die Natur zu begeistern, ihnen dabei zu helfen, ihre Welt zu verstehen. Und wer sich dieses Kind anschaut, weiß wovon ich rede…

Katrin Börger, Klassenlehrerin der 5a