Mit Emilia durch den SFB – jetzt geht’s los!

Bisher habe ich über das Projekt „Schule in Farbigen Zuständen“ berichtet, jetzt bin ich also gebeten worden, als Studentin der Medien-, Kommunikations- und  Wirtschaftswissenschaft und damit totaler Laiin für die Entwicklung von Werkstoffen, die Forschung des SFB „Farbige Zustände“ zu erklären.

Ich werde mich dabei sicher nicht zur Fachfrau entwickeln, aber mir persönlich ist es wichtig, etwas mehr über meinen Arbeitsplatz zu erfahren, damit ich in Zukunft noch besser verstehen kann, wieso es den Sonderforschungsbereich gibt und damit meine Tätigkeit hier verbessere.
Außerdem bin ich von Natur aus sehr neugierig und ich denke, damit bin ich nicht allein! Deshalb habe ich auch sofort zugestimmt, dieses Projekt zu übernehmen. So kann ich einen Einblick in die Welt der Materialwissenschaft gewinnen, den mir mein Studium, bzw. meine sonstigen Interessen wahrscheinlich niemals gewährt hätten.
In  diesem Blog darüber zu berichten, hilft mir nicht nur, das Gelernte besser zu verstehen, sondern ich leiste auch einen Beitrag für die Wissenschaftskommunikation hier im SFB.

Nun ist die größte Frage: Wie soll ich vorgehen? Ich könnte mich zum Beispiel einfach mal in die Ringvorlesung des SFB setzen und schauen, ob ich was lernen kann. Aber da ich das System des Frontalunterrichts schon aus meinem Studiengang zu Genüge kenne, habe ich eher weniger Lust auf diese Option!
Ich könnte auch zu den Arbeitskreissitzungen gehen, allerdings würde ich wahrscheinlich nichts verstehen ohne Vorwissen und ich will die Leute dort nicht unnötig mit lauter Nachfragen meinerseits aufhalten.
Am besten wäre es wohl, ganz einfach anzufangen und erstmal unsere Internetseite zu sichten. Im Rahmen meiner Tätigkeit habe ich mich zwar schon viel mit dem Anlegen von Inhalten auf der Seite beschäftigt, aber habe nie wirklich einen genauen Blick darauf geworfen, was da denn jetzt im Detail steht.

Nachdem ich die Website ca. 15 Minuten durchforste, merke ich schnell: Für eine, die sich nicht so gut mit dem Thema Materialwissenschaften auskennt und auch sonst noch nicht allzu viel Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten hat, ist es etwas schwierig, alle Beiträge auf der SFB-Website zu verstehen, denn diese richten sich anscheinend an ein Fachpublikum.  Etwas über „einfärben“ und „kleinen Kügelchen“. Was das jetzt mit dem Entdecken von neuen Materialien zu tun hat, ist für mich auf den ersten Blick leider nicht so leicht ersichtlich.

Trotzdem muss ich mir einen ersten Überblick über den SFB verschaffen und zunächst feststellen, welche Fragen sich denn ganz genau bei mir auftun, um diese dann zu klären.

Aus diesem Grund werde ich mich in den nächsten Wochen und Monaten durch den SFB fragen und Recherche betreiben. Ich hoffe, dass ich es schaffe, am Ende etwas durchzublicken. Und wer weiß: Vielleicht lasse ich mich auch ein wenig für das Fachgebiet der Materialwissenschaften begeistern?!

Mit Emilia durch den SFB

Viel ist hier jetzt über das Projekt „Schule in Farbigen Zuständen“ geschrieben worden von den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren! Und wir bekommen zunehmend Resonanz dazu. Das freut uns sehr und natürlich werden mit dem Start des neuen Schuljahres weiter darüber berichten, denn wir haben spannende, neue Module entwickelt.

Dieser Blog hat aber inzwischen auch einige Leserinnen und Leser, die gerne mehr über die wissenschaftliche Arbeit des SFB erfahren möchten. Darum liege ich den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im SFB seit einigen Wochen in den Ohren damit, doch „mal was für den Blog zu schreiben“. Wie sieht die Arbeit in euren Teilprojekten konkret aus? Wie arbeitet ihr zusammen? Was habt  ihr bisher rausgefunden? Ist was Überraschendes dabei oder hattet ihr das so erwartet?

Aber aller Anfang ist schwer – das scheint auch hier zu stimmen: Gar nicht so einfach und auch sehr ungewohnt für die meisten, das, was sie jeden Tag an der Uni so tun, in Worte zu fassen. Oder abzuwägen, was davon denn erzählenswert sein könnte. Und bei den wissenschaftlichen Tätigkeiten kommt hinzu, dass vieles Fachspezifische sehr erklärungsbedürftig ist. Kann also auch Aufwand bedeuten, alles verständlich zu beschreiben und dabei eben doch noch „Wissenschaft“ zu erzählen.

Andererseits forschen wir hier im SFB an einem spannenden Zukunftsthema  und würden auch gerne anschaulich darüber berichten.  Wie also fängt man das jetzt schlau an, haben wir uns  gefragt und unsere Lösung sieht so aus:  Wir haben Emilia Kurilov gefragt, ob sie Lust hat, den SFB zu erklären. Emilia arbeitet jetzt seit einigen Monaten bei mir als studentische Hilfskraft und unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit, hat aber ansonsten von der Forschung des SFB konkret noch nicht viel mitbekommen. Sie hat sich spontan für die Idee begeistern können, sich in den nächsten Wochen und Monaten durch unseren SFB zu fragen und das, was sie erklärt bekommt und versteht, hier für alle zum Mitlesen zu veröffentlichen. Alle, die mitlesen, haben dabei auch die Chance, Emilia Fragen zum Klären mit auf den Weg zu geben. Entweder über die Kommentarfunktion oder direkt an sie unter e.kurilov@iwt.uni-bremen.de.  Im besten Fall entsteht hier ein schöner Dialog. Also: Fragen Sie gern? Dann begleiten Sie Emilia doch durch unseren SFB!

 

 

Dreharbeiten und was so dazu gehört

Die Unterrichtsstunden zum Modul „Märchenhaftes Material“ sind terminlich zwischen mehrere Feiertage gelegt. Das tut dem Modul aber auch sehr gut, weil wir uns so mittwochs und donnerstags sehen und fast sowas wie Projekttage haben. Die Kinder basteln ihre handelnden Figuren mit wahrem Feuereifer aus den unterschiedlichsten Materialien, schreiben Dialoge in Gruppen und üben diese, malen Hintergründe mit großer Detailfreude. Fast schade, dass wir so wenig Zeit haben und an einem der Tage, an dem wir so im Fluss sind, schaufelt uns Gabi Bräuer einfach noch ein paar Stunden dazu, indem sie mit dem Kollegen für Musik mal eben den Unterricht durchtauscht. Die Kinder freuen sich über soviel Flexibilität und den Gesang aus dem Nachbarklassenzimmer!

Zwischendurch müssen wir die einzelnen Szenen und Dialoge miteinander abstimmen. Macht das alles so noch Sinn? Wir drehen ja  einen Stop-Motion-Film mit Figuren, da ist es nicht so einfach, abzuschätzen, wieviel Bilder wir für einen Dialog benötigen. Wir haben dafür eine App auf die Tablets gezogen und blitzschnell wie immer,  können alle damit umgehen. Die Rollen sind bald verteilt: Einige haben die Regie übernommen, andere kümmern sich um die Szenen, Requisiten und Spezialeffekte. Ohne große Zuweisungen findet hier jede und jeder schnell einen Platz zum Mitmischen und Wohlfühlen.

Wir drehen an drei Stationen verschiedene Szenen. Jede Filmcrew organisiert sich selbst. Zwischendurch lassen wir schonmal die einzelnen Filmszenen probelaufen und sprechen die Texte dazu. Die Dialoge werden zu einem späteren Zeitpunkt eingesprochen, eigentlich mit einem Audioaufnahmegerät, das dann aber doch nicht funktioniert und das Ganze muss über mein Handy laufen – aber das ist noch eine ganz andere Geschichte…Improvisation passt ebenfalls gut in dieses Modul!

Und wir müssen öfter improvisieren, während wir arbeiten: Wir haben zwar die wunderschönen Hintergründe und fabelhafte Figuren, aber Figuren auf Eisstielen stehen eben nur schlecht. Hinlegen und von oben fotografieren ist schwierig, weil dann die Kamera nicht wackelfrei gehalten werden kann. Darüber haben wir echt vorher nicht nachgedacht. Merlin hat die Lösung für uns und bringt Knete von zu Hause mit. Damit stehen die Figuren schon viel besser und wenn sie ein wenig schwanken, ist das auch ganz lustig 😉

Überhaupt setzt dieses Modul auch viel Kreativität frei, die Kinder sprudeln nur so vor Ideen, wenn was nicht funktioniert, wird nach Lösungen gesucht und meist auch schnell welche gefunden. Es fehlt eine Figur – wird schnell mal eben gebastelt! Die Materialhexe braucht etwas, was aus ihrem Zauberstab kommt, da tut es etwas Garn.  Der Blitz wird an ein Haar geknotet und kommt ins Bild geschwebt und wie der Zauberer sich in Konfetti auflöst? – bleibt unser Geheimnis!

Ganz zum Schluss gehe ich noch mit Linus und Joris in die Bibliothek und die beiden lesen einen Teil der Geschichte ein.  Mit meiner studentischen Mitarbeiterin Maria Hilken, die mit Adobe Premiere Pro ebenso gut zaubern kann wie die Kids am Set, schneiden wir alles zum einem kleinen Film zusammen, der dann zur großen Schuljahresabschlussveranstaltung uraufgeführt wird. Die Eltern und Lehrkräfte sind begeistert und die Kids stolz wie Bolle. Zu Recht! Diese großartige Filmcrew hat sich ihre Sommerpause echt verdient.

Und hier ist der Film!

 

Vom Bild zum Film

Am 17. Mai haben wir die Kulissen für unseren Stop Motion Film gezeichnet. Den Weg durch das Uni-Labor sollte ich zeichnen, weil es darauf ankam, ihn räumlich darzustellen. Emil hat viele kleine Maschinchen gezeichnet, die zusammen eine riesige Maschine waren.

Viel mehr kann ich über diese Arbeit nicht berichten, denn wir mussten das ja in der Gruppe abarbeiten.

Am 24. Mai haben wir dann die Kulissen zuende gezeichnet und ausgemalt.

Danach begannen wir mit dem Film: Foto – Figuren verschieben – Foto – Figuren verschieben – Foto – Figuren verschieben – Foto – Figuren verschieben – Foto – Figuren verschieben – usw. Am Ende waren es 934 Verschiebungen und Bilder – nur für unsere Szene.

Am 31. Mai haben wir das Abschlussfest vorbereitet. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und jede sollte eine Präsentation erstellen zu einem der Module, die wir in diesem Schuljahr bearbeitet haben. Unsere Gruppe hatte die Arduinos (die kleinen „Roboter“, die wir in Mathe programmiert haben). Wir haben in Pärchen gearbeitet, und jeder sollte etwas aufschreiben zu dem Arduino, den er mit seinem Partner programmiert hatte.

Währenddessen hat Frau Sobich reihum die Filmgruppen herausgeholt und zu den Szenen die Dialoge aufgenommen.

Märchenstunde

Am 3. Mai haben wir mit dem Deutsch-Projekt begonnen.

Frau Kurilov, die Studentin, die bei Frau Sobich arbeitet, hat uns den Beginn eines selbstgeschriebenen Märchens vorgelesen. Eine Prinzessin wollte ein neues Schloss, weil ihr altes nur noch eine Ruine war, da der böse Zauberer Grünspan es geschrottet hatte. Die Prinzessin hatte der Klasse 5a den Auftrag gegeben, für das neue Schloss ein geeignetes Baumaterial zu finden. Ab hier sollten wir überlegen, wie das Märchen weitergehen könnte.

Die Aufgabe war, das Märchen als Stop Motion Film weiterzuführen. Dazu hat Frau Bräuer die 6 Themenbereiche Feste, Einleitung, Material, Labor, Universität, Schloss vorgegeben, zu denen wir unsere Ideen sammeln sollten.

Wir haben ein World Café aufgebaut, das heißt, zu jedem Thema gibt es einen Tisch, und die Gruppen wandern von Tisch zu Tisch und schreiben ihre Ideen zum jeweiligen Thema auf. Anschließend hat jede Gruppe die Ergebnisse vorgestellt, die auf ihrem Tisch zusammengekommen waren.

Nun hat jede Gruppe ein leeres Plakat bekommen, aus denen die Hintergründe für die Szenen werden sollten. Wir haben gezeichnet und gemalt, dass die Stifte barsten.

Viel Farbauswahl
Viel Farbauswahl

Zum Abschluss bekamen wir den Auftrag, bis zum nächsten Mal möglichst viel Eis zu essen – wir brauchten nämlich die Eisstiele für die Forscher*innen der Uni.

Es war einmal im Materialzauberland…

An diesem Mittwochmorgen ist viel los im Klassenraum der 5a. Nicht nur Gabriele Bräuer, Deutschlehrerin der 5a und Claudia Sobich sind mit dabei, sondern auch Maria Hilken, eine studentische Mitarbeiterin, die heute hinter der Kamera steht und zu guter Letzt noch ich, Emilia Kurilov. Full House in der 5a.

Aber so ein großer Aufmarsch hat natürlich seine Gründe… Heute dreht sich alles um das Märchen vom Materialzauberland. Zu Ehren der neuen Königin soll ein Schloss errichtet werden, das alles zuvor Dagewesene in den Schatten stellt. Um das zu bewerkstelligen, veranstaltet die Königin bei ihrer Krönung einen Wettbewerb, bei dem die Bauherren des Landes ihre besten Vorschläge präsentieren sollen. Doch leider erscheint niemand… außer einer. Bei diesem handelt es sich um den verkleideten Zauberer Grünspan, dem ärgsten Rivalen der Königsfamilie. Dieser schlägt vor ein Schloss aus Lebkuchen zu bauen. Die Königin sieht zwar ein, dass das sehr lecker sein würde, aber ist Lebkuchen wirklich als Baustoff geeignet? Mit Hilfe der Forscherklasse, will sie genau das überprüfen.

Natürlich wissen die Kinder, dass man aus Lebkuchen keine Häuser bauen sollte, vor allem nicht in Bremen, bei dem Schietwetter, das hier öfters sein Unwesen treibt.
Aber Gabi Bräuer und Claudia Sobich haben sich etwas Spannendes überlegt: Die Kinder sollen in der nächsten Unterrichtseinheit „Märchenhaftes Material“ ein Videoprojekt durchführen.

Aber eins nach dem anderen. Zuerst sollen die Kinder sich in ihren Tischgruppen im ThinkPairShare-Modus austauschen, wie denn das Märchen weiter gehen könnte. Begeistert erzählen die Kinder drauf los. Sie haben viele kreative Ideen. Zum Beispiel, könnte die Forscherklasse mit der Königin zur Uni gehen und ihr mit den dortigen Gerätschaften zeigen, dass Lebkuchen ein sehr instabiles Material ist und schnell durchweichen kann. Oder es könnte auch ein Bäcker mitspielen, der den Lebkuchen backt.

Um alle Ideen der Kinder zu sammeln, gehen die Schüler in einem „World Café“ von Szene zu Szene, welche wir vorher festgelegt haben und sammeln auf großen Plakaten alles, was ihnen dazu hier sagen, wie die Szenen heißen einfällt. Und die kreativen Köpfe können gar nicht aufhören, immer mehr Ideen auszuspucken. Von Action-geladenen Kampfszenen bis hin zu tanzenden Einhörnern ist alles mit dabei.

Alle Ideen auf einen Blick

Nach vielen Diskussionen ist am Ende der Doppelstunde  dann der rote Faden für die Geschichte gewebt und alle sind zufrieden. Es bleiben noch ein paar Minuten, um über die Kulissen zu sprechen und Claudia Sobich verteilt schon mal die großen Plakatwände, die morgen bemalt werden sollen.

Die Zusammensetzung der Erde in 2 Stunden

12.4.

Das Deutsch-Projekt sollte erst am 2. Mai beginnen. Von den Projektterminen bis dahin waren 2 Termine Überbrückungsstunden, der dritte war der Zukunftstag.

Deshalb haben wir mit Frau Sobich und Frau Börger Gruppen gebildet und mit Atlanten die Kontinente auf Metallvorkommen untersucht.

Unsere Gruppe hatte Afrika. Leider hatten wir die Aufgabe falsch verstanden und nur Schwermetalle aufgeschrieben. Nach einer zweiten Erklärung hatten wir die Aufgabe dann verstanden. Bis dahin war schon viel Zeit vergangen, und somit konnten wir nur noch Gold auf unserem Arbeitsblatt eintragen. Immerhin hatten wir für alle Vorkommen Karteikarten schreiben können.

Anschließend haben alle Gruppen ihre Karteikarten an eine große Weltkarte gepinnt.

Dabei haben wir erkannt, dass es in Europa und Australien sehr viele Metallvorkommen gibt. Europa ist größer, dort verteilen sich die Metallvorkommen mehr; so gesehen gibt es in Australien mehr Metalle als anderswo.

Wir haben uns gefragt, wie es wohl sein kann, dass es dort Metalle gibt. Paul vermutete, dass das an der Zusammensetzung der Erdschichten liegen könnte. Dann mussten wir leider abbrechen.

Welche Metalle kommen dort vor?

19.4.
Nach der Besprechung der letzten Stunde haben wir einen Arbeitsplan zum Thema Erdschichten bekommen. Den haben wir bearbeitet und die Ergebnisse in ein Arbeitsblatt eingetragen.
Die Ergebnisse haben wir gemeinsam ausgewertet. Schwupps war die Stunde um.

Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde

Kupfer, war das erste Metall, das der Mensch in der Erdkruste entdeckte. Bereits in der Steinzeit konnten die Menschen dieses Kupfer zu Werkzeugen und Waffen verarbeiten. Das Metall war so wichtig, dass sogar eine ganze Epoche nach ihm benannt wurde. Nach und nach verbesserten sich die Werkzeuge und als der Mensch lernte, Eisen zu verhütten, setzte endgültig der Siegeszug der Metallwerkzeuge ein.

Geochemiker können heutzutage ganz genau ermitteln, wie häufig und wo die verschiedensten Metalle vorkommen. Sie haben auch herausgefunden, dass die Erdkruste, anders als der Erdkern, vor allem aus Nichtmetallen besteht. Dennoch finden wir auch in der Erdkruste Metalle wie Aluminium, Eisen, Mangan und Kalium. Wir waren neugierig und wollten in dieser Stunde auf den Spuren mancher Geochemiker wandeln. In Gruppenarbeit habe ich Kartenmaterial zu den einzelnen Kontinenten zur Verfügung gestellt.

Gibt es dort Eisen?

Als erstes sollten die Kinder herausfinden, welche Metalle es wo auf der Welt gibt. Am Anfang schien es allen ganz schön kompliziert, sich einen Überblick zu verschaffen. Aber dann haben die Kinder Metall für Metall gefunden und auf Kärtchen geschrieben. Im Klassenraum hing eine riesige Wandkarte. Jede Gruppe konnte dann seine Metalle von seinem Kontinent an diese Wandkarte heften. Beim Anblick der vielen Metalle auf der Karte waren alle erst einmal wie erschlagen. So viele Metalle gibt es auf der Welt? Hinter den Kärtchen konnte man die Kontinente zum Teil nur noch erahnen.

Und wo ist Europa?

Den Kindern fiel aber gleich auf, dass es auf der Welt nicht unbedingt immer die gleichen Metalle gibt und dass die Lagerstätten ungleichmäßig verteilt sind. In Westeuropa (z.B. in Frankreich und Deutschland) gab es viel weniger Metallvorkommen als vergleichsweise in Südosteuropa. Das flächenmäßig kleinere Australien hatte mehr Metalle als das flächenmäßig größere Südamerika. Und es fiel vor allem auch auf, dass die Metallvorkommen im Inneren eines Kontinentes geringer waren als an den Rändern. Und warum gibt es in Nordamerika oder in Norwegen viel mehr Gold, als bei uns in Deutschland? Und dann fing die Diskussion an. Welche Gründe könnte es dafür geben? Titus meinte, dass das daran liegt, dass einige Metalle vielleicht durch den Menschen bereits komplett abgebaut wurden, Felicia vermutete das Klima dahinter, Paul B. war der Auffassung, dass das bestimmt etwas mit den unterschiedlichen Gesteinsschichten zu tun haben müsste und Mirja sagte, dass wir für die Antwort auf unsere Fragen, in die Erdgeschichte zurückreisen müssten. Und das taten wir dann auch.

Die Erde ist wie ein Pfirsich

Mit Hilfe einer Darstellung haben wir gelernt, dass die Erde, seit ihrer Entstehung, in Schalen aufgebaut ist. Das sieht fast so aus, wie bei einem Pfirsich. Die Kinder fanden die Idee lustig, die Erde mit einem Obst zu vergleichen. Aber irgendwie stimmt es ja auch. Der Kern des Pfirsichs entspricht dem Kern der Erde. Der Kern untereilt sich aber noch in den Inneren und Äußeren Kern. Habt Ihr schon mal das harte Gehäuse eines Pfirsichs geknackt? Genau, darin verbirgt sich noch ein Kern, quasi der „Samen“. Aus ihm könnte ein neuer Pfirsichbaum wachsen. Dieser „Samen“ entspricht dem Inneren Kern der Erde. Er ist fest und dort herrschen Temperaturen um bis zu 5000°C. Daran schließt sich der äußere Kern an. Anders als beim Pfirsich ist dieser in der Erde allerdings flüssig. Und dann kommt das Pfirsichfleisch. Beißt man kann tief in einen Pfirsich hinein, ist er meistens in der Tiefe noch etwas fest und wird nach oben weicher und saftiger. So ist das auch in der Erde. Der untere Erdmantel ist fest und der obere Erdmantel ist eher plastisch. Auf ihm schwimmen die ozeanischen und kontinentalen Krusten und haben das Aussehen der Erde über Jahrmillionen verändert.

Welche Erdschichten gibt es?

Durch die Plattenverschiebung sind aus einem Urkontinent sieben Kontinente, zahlreiche Inseln und Gebirge entstanden. Durch sie werden Erdbeben sowie Vulkanausbrüche ausgelöst und die Kontinente bewegen sich noch heute unaufhaltsam fort.

Die Kinder staunten als ich ihnen erzählte, dass die Alpen aufgrund der Plattenverschiebung jedes Jahr um ein paar Millimeter in die Höhe wachsen. Wenn die Alpen jedes Jahr wachsen, werden wir dann auch irgendwann wieder nur einen Urkontinent haben? Und sind die Metallvorkommen nun so unterschiedlich verteilt, weil die Platten ständig in Bewegung sind?  Da gibt es doch bestimmt einen Zusammenhang. Aber WIE kommt zum Beispiel Gold in die Erde?

Der Herr der Ringe – auf der Suche nach dem Goldschatz

Die meisten Metalle treten als chemische Verbindung mit anderen Elementen auf, als sogenanntes Erz. Dazu zählt auch Eisen. Um Eisen aus dem Erzgestein zu gewinnen, wird das Erzgestein gemahlen, mit Kohle gemischt und erhitzt. Dann läuft eine chemische Reaktion ab, die dem Erz die anderen Elemente entzieht, so dass das reine Eisen übrig bleibt. Anders ist das bei Gold. Gold ist ein Metall, das sich kaum mit anderen Elementen verbindet und somit in der Erde in reiner Form vorkommt.

Bei der Gruppenrecherche fanden die Kinder heraus, dass das Gold im gewissen Sinne von Himmel fiel, tief in die Erde versank und über viele, viele Millionen Jahre langsam wieder an die Oberfläche gekommen ist. Als die Erde noch keine feste Oberfläche hatte, sank das Gold in Richtung Erdkern. Das Gold, das wir heute finden können, ist entweder später durch Meteoriten auf die Erde gelangt, oder durch vulkanische Vorgänge aus dem Erdinneren an die Oberfläche befördert worden. Und dort können wir den Goldschatz mit ganz viel Glück finden.

Den Schülerinnen und Schüler der 5a  hat diese Reise in die Erdgeschichte jedenfalls sehr gut gefallen.

Regatta am 5. April

Jonas und Tim testen die Boote

Dieses Mal wollten wir in der letzten WAT-Projektstunde ein Bootsrennen machen. Dafür bauten wir uns zuerst einmal einen See. Dazu haben wir Holzbohlen zu einem Quadrat zusammengeschraubt, eine Plane darübergelegt und in die Plane Wasser gegossen. Der See war also eine Art Wanne.

Wir haben die Boote ins Wasser gesetzt, den Antrieb gezündet und die Boote warmgefahren. Die Boote unserer und Jonas‘ Gruppe waren am schnellsten, obwohl wir bei unserem Boot den Antrieb noch nicht gezündet hatten – wir hatten ja ein Segel. Weil deshalb das Boot kreuz und quer fuhr, zündeten wir den Antrieb doch noch.

Als alle Boote auf Startposition waren, sollte das Rennen beginnen – leider war die Stunde in diesem Moment schon vorbei. Das Rennen konnte nicht nachgeholt werden, weil diese Stunde die letzte Projektstunde mit WAT war.

Against the wind…

Bewegt sich was?

Und dann ist er da – der große Tag des Wettrennens. Wir haben ihn extra nach den Osterferien geplant, in der Hoffnung, einen Tag mit schönem Wetter zu erwischen. Denn natürlich findet das Wettrennen im Freien statt. Das es schön fein nieselt und ohne Jacke empfindlich kalt ist, stört aber keine Bremerinnen und Bremer – wir sind das so gewohnt! Als erstes machen wir uns im sogenannten Naschgarten der WFO an den Bau des Beckens für das Wettrennen. Michael Baune und Ingmar Bösing waren im Baumarkt und haben ein paar ordentliche Balken und Plane besorgt. Schrauben, Spritzen (na, wofür brauchen wir die??) und Feuerzeug haben wir auch dabei und den Akkuschrauber können wir aus dem gut ausgestatteten Werkraum der Schule leihen. Also, gut vorbereitet, oder??  Zumindest die halbe Miete, denn:

Der Bau des Beckens

Ganz so schnell geht die Sache mit dem Zusammenschrauben dann doch nicht voran und einige Kinder sind zwischendurch nicht so beschäftigt, als dass sie nicht Zeit hätten, laut durch den Naschgarten zu turnen und den Vögeln das Vogelfutter wegessen zu wollen. Da führe ich an diesem Morgen dann nebenbei auch – wie ich finde – sinnvolle Diskussionen darüber, ob die Sonnenblumenkerne in den Vogelhäuschen und „Naschgarten“ irgendwas miteinander zu tun haben… Einsicht ist aber schnell vorhanden, spätestens nach der Frage, wo die Toiletten der Vögel sind?

Und dann werden alle zum Befüllen des Beckens abgeordnet. Das läuft gut mit vielen Gießkannen und Eimern und auch einigen nassen Füßen und lautem Gejubel, als der richtige Wettkampfwasserstand erreicht ist. Bei diesem Wetter ist es letztendlich auch egal, ob das Wasser jetzt von oben oder von der Seite kommt. Einen Wasseranschluss und Schlauch werden wir nächstes Mal trotzdem mitplanen.

Wasser anschleppen im Akkord
Wasser anschleppen im Akkord (oder so!)

Die Boote werden ins Becken gesetzt, der Kupferrohrantrieb mit Wasser befüllt (Spritze!!) und die Kerzen angezündet und dann – kommt zu nass auch noch windig. Jetzt hat das Boot mit dem großen Segel natürlich  einen klaren Vorteil, das Boot fährt zügig voran, wenn auch eher im Kreis als geradewech.  Bei allen anderen sind die Kerzen mehr aus als an und sie kommen nicht so richtig vom Fleck. Besser wird es, als wir einen Teil der Plane als Windschutz einsetzen und die Boote in Fahrt kommen.

Jetzt nochmal mit Windschutz
Jetzt nochmal mit Windschutz

Zur Abschlussbesprechung gibts  noch die Frage, „Was würdet Ihr nächstes Mal anders machen oder bauen?“. Und da haben wir augenblicklich lauter Ingenieurinnen und Ingenieure vor uns, die sich sehr ernsthaft über ihre Konstruktionsfehler und – schwächen unterhalten und Lösungen für ein nächstes Mal präsentieren. Ich bin an diesem Morgen total stolz auf diese Klasse, die so cool an ihren Projekten arbeitet. Und wir haben uns unsere Verbesserungsmöglichkeiten auch notiert, denn diese Einheit bieten wir im Januar 2019 im Wahlpflichtbereich der Schule an.