Von Lichtbogenöfen und Tabletspielen

Am Mittwoch, dem 14.02.2018, um 8:00 Uhr stand Frau Sobich in unserem Klassenraum. Ich fragte mich, wieso sie JETZT hier war, da wir doch eigentlich immer am Donnerstag Projektunterricht haben. Doch als Frau Börger uns erinnerte, dass wir am Donnerstag einen Ausflug ins Museum machen, haben wir verstanden.

Nach der Begrüßung holte Frau Sobich ein Dutzend Tablets heraus und verteilte uns auf Zweiergruppen. Sie teilte die Tablets aus, und sagte, wir würden nun Toontastic spielen. Das ist eine kostenlose App, mit der man Comicfilme drehen kann. Mir gefiel das Filmemachen außerordentlich gut, und ich empfehle die App weiter.

Mit drei Szenen sollten wir Fragen über das Schiff von Uluburun stellen und klären.

Nachdem wir den Film erstellt hatten, sollten wir ihn einem Lehrer zeigen und die Tablets wieder abgeben.

Leider war danach die Stunde schon vorbei.

 

Am 22.02. 2018 haben wir mit dem WAT Projekt begonnen. Dazu kamen zwei neue Mitarbeiter des SFB, Michael Baune und Ingmar Bösing. Mit dem Schwerpunkt Altmetall sind sie in unserem neuen WAT Projekt Altmetall genau richtig.

Sie beschäftigen sich damit, wie man Altmetall effizient recyceln kann. Zum Beispiel erklärten sie uns, dass man Handys nicht wegwerfen sollte, da in ihnen unter anderem Kupfer, Gold und Silber enthalten sind.

Dann haben die beiden zwei Gläser mit Metallstreifen und –spänen herumgereicht. Außen an den Gläsern waren sehr starke Magnete, die von den Spänen gehalten wurden. Mit diesen Magneten konnten wir das Metall in den Gläsern bewegen. Das hat viel Spaß gemacht.

Am Overheadprojektor hat uns Herr Bösing Bilder von einem Schmelzofen gezeigt, in dem gerade Metall geschmolzen wurde. Das Metall auf dem Bild war weißglühend. Je heißer Metall ist, desto weißer wird es.

So ein Lichtbogenofen verbraucht so viel Strom wie eine Kleinstadt. Herr Bösing sagte, dass bspw. Stahlträger je zur Hälfte aus Altmetall und Eisenerz hergestellt werden.

Danach haben wir uns Bilder von Up- und Recycling angesehen, gelernt dass das nicht dasselbe ist, und dann auch schon Frühstück ausgepackt und sind in die Pause gegangen.

Tim bloggt jetzt mit

Ich freue mich sehr, denn Tim aus der 5a hat sich bereit erklärt, regelmäßig über die Schulstunden mit uns zu berichten. Das ist ein Riesengewinn für uns, weil wir damit nochmal, über die Evaluation der einzelnen Module hinaus, einen Blick auf unser Schulprojekt werfen können durch die Brille derer, für die wir uns das alles ausdenken. Also, ich bin ganz gespannt darauf, was so „ankommt“ am anderen Ende. Deswegen werden wir auch keine (oder nur sehr minimale) Korrekturen an seinen Texten vornehmen und Tims Sicht auf die Dinge so veröffentlichen, wie er sie bei uns einreicht.

 

Altmetall – Mach was draus

Das neue Modul ist gestartet und es knüpft an im WAT-Unterricht (kurz für Wirtschaft, Arbeit, Technik). Für das 5. Schuljahr stand Recycling auf dem Lehrplan und die Kinder haben sich bisher mit dem Recycling von Kunststoffen beschäftigt. Jetzt gehts also weiter mit Metallen…

Dieses Modul haben die WAT-Lehrerin Romina von Öhsen und unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr.  Michael Baune, Leiter im Teilprojekt D03 und Ingmar Bösing, der das Teilprojekt bearbeitet, entwickelt.

Nach einer kurzen Vorstellung der neuen Gesichter geht es auch schon los. Immer wieder schön dabei ist die lange Begrüßung durch die Kinder („Guten Morgen Frau von Öhsen und Frau Sobich und Herr Baune und Herr Bösing, schön, dass Sie da sind!“ – ein Chor, der wirklich den Morgen erhellt.)

Die große Frage der heutigen Stunde ist: „Wo ist Metall im Alltag vorhanden, warum recyceln wir es und wie geht das?“.   Ingmar Bösing hat dazu eine Präsentation und viele Bilder mitgebracht und erzählt, wo Metalle auf dieser Erde gewonnen werden (in meist fernen  Ländern), dass sie nicht in unendlichen Mengen vorhanden sind und warum es Sinn macht, Metall zu recyceln.

Wie eine Mülltrennung bei Metall gelingt, zeigen Ingmar Bösing und Michael Baune sehr anschaulich. Hierfür wird in der Abfallentsorgung ein sogenannter Magnetabscheider genutzt, an dem alle magnetischen Metalle hängen bleiben. Ein Glas mit Metallspänen, die sich mit Hilfe eines Magneten bewegen lassen, haben die beiden mal mitgebracht und die Kinder geben es nur ungern an ihre Nachbarn weiter. Zu faszinierend sind diese magnetischen Späne.

Faszinierend, diese magnetischen Späne

Aber natürlich kommt sofort die Frage: „Und wie läuft das bei nicht-magnetischen Metallen?“. Die kann man entweder aussieben oder manche lassen sich auch – bei Aluminium funktioniert das ganz gut – kurzzeitig magnetisieren. Michael Baune zeigt wie’s geht und lässt Aluminium mal mit mal ohne einen Magneten durch eine Röhre fallen. Wie unterschiedliche sich das Aluminium dabei verhält, beeindruckt die Kinder.

 

Aluminium und Magnet – was geht da?

Den Kindern fallen noch viele spannende Ideen ein, wie man Altmetall als Werkstoff benutzen kann. Man kann nämlich Kupfer, Aluminium und Co. nicht nur einschmelzen und erneut  z. B.  in Elektrogeräte einbauen, die wir überall um uns herum haben, man kann auch das Altmetall einfach umfunktionieren und Möbel oder Kunst daraus machen, das ganze nennt sich dann Upcycling.

Um das neugewonnene Wissen etwas zu festigen, gibt es eine kleine Überraschung. Wir schauen zusammen einen Film, nämlich „Metall – Der Schatz im Schrott“ aus der Löwenzahn-Reihe (auf den Gesichtern der Erwachsenen erkennt man einen kleinen Schimmer von Nostalgie).

Zum Schluß gibts natürlich einen Ausblick  auf die nächste Stunde: Wir werden aus Altmetall Boote bauen. Und sie bekommen einen Antrieb. Und ganz am Ende der Unterrichtseinheit werden wir ein Wettrennen machen…

 

Unsere Graduierten: Im Profil

In unseren wissenschaftlichen Teilprojekten arbeiten Menschen, die so unterschiedlich sind, wie unsere Forschung interdisziplinär ist.  Mit der Filmreihe „Im Profil“ möchten wie diese Menschen,  ihre Motivationen und ihre Forschung darstellen. Begonnen haben wir mit Saeedeh Imani, die das Teilprojekt U01 bearbeitet:

War klar!

Zwischen dem Ende  des Moduls „Metallzeit – Evolution durch Werkstoffe“ und dem Beginn des nächsten (ich freu mich schon so drauf, es heißt „Altmetall – mach was draus“,  wir werden was Cooles bauen und einen Wettbewerb haben), habe ich dieses Mal nur eine Stunde mit der Klasse. Normalerweise haben wir immer 2 Wochen zwischen den Modulen, genug Zeit also, damit die Kinder unsere Evaluationsbögen ausfüllen können, wir die vergangene Einheit nochmal Revue passieren lassen und letztendlich Beiträge für diesen Blog kreieren. Also, 30 Minuten die Evaluation, 60 Minuten Zeit für alles Andere, außerdem sollten wir auch mal mit den Tablets arbeiten, die wir extra dafür angeschafft haben und die jetzt auch alle eingerichtet sind. Katrin Börger und ich sind ein wenig ratlos, da komme ich beim Mittagessen mit einer Kollegin ins Gespräch, deren Kinder bei langen Autofahrten mithilfe einer App kleine Filme erstellen und sie sagt: Das ist kurzweilig und geht ganz fix. Natürlich probiere ich das zurück in meinem Büro sofort aus und – es geht wirklich ganz fix! Problem gelöst!

Als ich mit den Tablets an diesem Morgen in die Klasse komme, habe ich schlagartig die volle Aufmerksamkeit der Kinder. „Machen wir heute was damit?“, wird aufgeregt gefragt. Die Vorfreude verhilft auch zu einem schnellen Ausfüllen der Evaluationsbögen (und die Evaluation leidet hoffentlich nicht darunter ;)). Und schon geht’s los. Allerdings gibt es natürlich Vorgaben, wir drehen nicht irgendwelche Filme, sondern die Kinder sollen sich mit dem Schiff von Uluburun beschäftigen, auf dem ja Kupfer und Zinn im geeigneten Verhältnis zur Herstellung von Bronze geladen und das mit dieser Fracht vor über 3000 Jahren vor der heute türkischen Küste gesunken war.  Die App macht uns das Filmen ganz einfach und wir haben nicht nur Riesenspaß beim Erstellen der Filme, die Kinder wiederholen auch dabei die Unterrichtseinheit und finden, so sollten wir das zukünftig immer machen. War klar, oder?

Während manche die Gelegenheit nutzen, ein Epos zu drehen, können sich andere gut aufs Wesentliche beschränken:

 

Die coolsten Schuhe der Welt

Am Donnerstag, den 8. Februar um 8:20 Uhr haben wir uns mit dem Bus Richtung Universität Bremen aufgemacht. Nach einer kurzen Fahrt kamen wir an der Haltestelle Uni Zentralbereich an, wo uns der Weg weiter zum Leibniz-IWT führte und Frau Sobich und die anderen Mitarbeiter der Uni uns herzlichst in Empfang nahmen.

im Seminarraum

Zu Beginn unserer Uniexkursion haben wir wiederholt, was wir letztes Mal über das Schiff von Uluburun, das vor 3500 Jahren vor der Türkei gesunken ist, erfahren haben. Dieses Schiff hatte 9 Tonnen Kupfer und 1 Tonne Zinn geladen. Beide Metalle sind in ihren Eigenschaften sehr weich. Herr Ellendt bat uns zu überlegen, was wohl passieren würde, wenn man beide Metalle miteinander vermischt. Werden die Metalle dadurch härter oder noch weicher? Unsere Forscherfrage stand nun an der Tafel. In unseren Köpfen rauchte es. Gemeinsam suchten wir die Mischungsverhältnisse aus. Nach einer kurzen Frühstücks- und Gedankenpause entschieden wir uns für die Mischung 9:1; 1:9 sowie 10:0 und 0:10. Nachdem wir unsere Forscheraufgabe und unsere Vermutungen aufgeschrieben hatten, gingen wir nach „hinten“, um uns dort unsere Schutzkleidung abzuholen. Das war cool, denn bei den Sicherheitsschuhen konnten wir uns gegenseitig auf die Füße springen, ohne dass es weh tat. Dies waren mit Abstand die coolsten Schuhe der Welt!

In der Halle
In der Halle

Ausgerüstet mit Schuhen, Brillen, Kleidung und unserem Mischungsverhältnis sind wir in das Laborgebäude gegangen. Als Herr Ellendt eine superhohe Tür geöffnet hatte, sahen wir eine Halle voller Maschinen. Das war überwältigend!

In der Halle hing ein Plakat mit unseren Mischversuchen. Wir sollten Gruppen bilden und sind zu einem kleinen Schmelzofen gegangen. Dort hat eine Frau ein Stück Kupfer geschmolzen. Ab 800°C konnte man sehen, wie das Kupfer flüssig wurde.

Saeedeh Imani aus Teilprojekt U01 gießt heute unsere Proben

Bei 1200°C war das Kupfer ganz geschmolzen. Es sah aus wie Lava oder so ähnlich. Die Gruppen tauschten einmal durch. Meine Gruppe war nun dran, auf ein paar bereits abgekühlte Mischverhältnisse zu schlagen. Wir sollten so überprüfen, welches Mischverhältnis von Kupfer und Zinn härter war. Dazu benutzten wir einen Hammer und einen Körner.

Die verschiedenen Kupfer-Zinn-Legierungen im Härtetest

Als wir damit fertig waren sind wir weiter gegangen und an einem großen gelben Arm, mit vielen Gelenken und einer kleinen Spitze vorne dran, vorbei gekommen. Dieses gelbe Ding hat mich beeindruckt. Deshalb fragte ich Herrn Ellendt, was das ist? Er hat gesagt, das sei ein Laser. Mit dem Laser haben wir nichts ausprobiert. Aber wir sind zu einer Maschine gegangen, die Metalle verformen kann. Ich weiß aber nicht mehr, wie diese Maschine heißt. Sie funktionierte so: Vorne schiebt man eine Metall- oder Eisenstange hinein, in der Maschine schlagen dann ganz viele kleine Hämmerchen auf die Metallstange und hinten kommt sie dann dünner und länger wieder raus. Herr Ellendt hat uns erzählt, dass man solche Stangen in Autos, z.B. bei der Kupplung einsetzt. Die drei Stunden an der Uni sind viel zu schnell vergangen. Wir haben das Labor verlassen, haben die Schutzkittel, Sicherheitsschuhe und Brillen wieder ausgezogen und unser Ergebnis, also unsere Forscherfrage, besprochen.

Danach sind wir wieder gen Schule aufgebrochen.

Das Schiff von Uluburun

Ein versunkenes Schiff, mehr als 3000 Jahre alt. Eine geheimnisvolle Ladung, bestehend aus Zinn und Kupfer, Schmuck, Amphoren, einem vergoldeten Rollsiegel und Dolchen. Was sich auf den ersten Blick wie ein spannender Geschichts-Krimi anhört, ist das Thema unserer heutigen Unterrichtsstunde.

Nachdem die Graduierten aus dem Sonderforschungsbereich in der letzten Stunde erklärt haben, wie es ist, als Forscherin und Forscher zu arbeiten, sind die Kinder heute mal wieder selber dran: Erforscht werden soll das  Schiff von Uluburun (mehr dazu hier), welches ca. 1300 v. u.Z. vor der türkischen Südküste sank und dessen interessante Ladung 1982 geborgen wurde.

Wie beim Forschen so üblich, stellen die Schülerinnen und Schüler zunächst Hypothesen an, wohin das Schiff unterwegs war und vor allem, wieso es so viel Zinn und Kupfer an Bord hatte. Was sofort auffällt, ist die eigentümliche Form der  Metallbarren. Die Kinder finden schnell, dass man sich das einmal genauer angucken sollte. Auch der Schiffstyp, die Ladung und der Fundort des Wracks könnten eine wichtige Rolle spielen bei des Rätsels Lösung.

Um sich den verschiedenen Fragestellungen widmen zu können, arbeiten die Kinder in kleinen Gruppen. Schließlich haben sie in der letzten Stunde gelernt, dass es wichtig ist, viele Spezialisten im Team zu haben und es einfach unmöglich ist für einen Menschen, alles zu wissen.

Wo auf der Karte ist das?

Eine Gruppe breitet also erstmal eine historische Karte auf dem Tisch aus und stellt Vermutungen über die Herkunft der Ladung an. Das Rollsiegel? Erfunden von den Babyloniern, die in einer Tiefebene lebten, die sich zwischen der heutigen Stadt Bagdad (im Irak) und dem Persischen Golf erstreckt. Die Dolche? Aus dem Reich Mykene, im heutigen Griechenland und über 3000 Kilometer entfernt von Babylon. Der goldene Skarabäus? Eindeutig ägyptisch! Es scheint, als sei die Herkunft der Ladung einmal rund ums Mittelmeer verteilt.

Eine andere Gruppe sieht sich das Schiff genauer an. Es hat ein Segel und 2 seitliche Ruder, allerdings keinen richtigen Kiel, den man für eine gezielte Steuerung des Schiffes eigentlich bräuchte. Es gab damals noch nicht viele ausgebauten Häfen, wie wir sie heute kennen, erklärt Nils Horstmann, der GuP-Lehrer. Deswegen war es wichtig, die Schiffe auf dem Sandstrand anlanden zu können. Aber: Ohne Kiel war man eben auch abhängig von den Winden und Meeresströmungen… wie sah wohl die Route des Schiffes aus?

Merkwürdige Kupferbarren

Die beiden anderen Gruppen beschäftigten sich mit Kupfer und Zinn. Welche Eigenschaften haben diese Metalle? Kupfer ist weich und gut verformbar und dass es in der Natur als Kupfererz vorkommt, dass hatten wir ja schon im Januar gelernt, als wir selber Kupfer gewonnen hatten. Die Frage aber ist, woher stammt es womöglich. Alle Latein sprechenden Menschen ahnen es, für uns war das neu:  „Cuprum“ (lat. für Kupfer)  leitet sich ab von „cyprium“, was übersetzt „Erz von der Insel Zypern“ heißt. Und Zypern liegt auch im Mittelmeer, vor der Küste der heutigen Türkei und Syrien. Und das Zinn? Es ist auch weich und verformbar, hat aber einen viel geringeren Schmelzpunkt und abgebaut wurde es vielleicht im Taurus-Gebirge in der heutigen Türkei.

Woher stammen die weiteren Gegenstände?

An der Tafel werden  alle Informationen zusammengetragen und die Gruppen erläutern ihre jeweiligen Vermutungen. Es kann leider nicht geklärt werden, warum das Schiff gesunken ist (worüber wir aber auch gerne wilde Vermutungen anstellen), aber für alles Andere können wir sagen: Wahrscheinlich war das Schiff ein Handelsschiff, das die Winde und Strömungen des Mittelmeers nutzte. In den Häfen, die es dabei anlief, hat es Ladung gelöscht und aufgenommen und dadurch haben die Völker im östlichen Mittelmeerraum Handel miteinander getrieben. Kupfer und Zinn sind wertvolle Materialien, aus denen man hochwertige Gegenstände herstellen kann.

Bleibt noch (unter einigen anderen) die Frage, was die Menschen wohl damals mit Kupfer und Zinn angestellt haben? In zwei Wochen – nach den Winterferien – beantworten wir das an der Uni! Kleiner Tipp vorab: Es hieß ja nicht Kupfer- oder Zinnzeit so um die Zeit damals, als das Schiff von Uluburun sank…

 

Wir bauen uns eine Schule…

…das war das Motto unserer Klasse beim „Tag der offenen Tür“ am 13.Januar 2018 an der Wilhelm Focke Oberschule. Die Klasse 5a war freudig aufgeregt und konnte die Grundschüler mit Ihren Eltern gar nicht abwarten. Schließlich waren sie es, die gerade mal ein Jahr vorher diese Schule im Sturm eroberten, bei den vielen Angeboten mitmachten und dabei viel Spaß hatten.

Diesen Spaß wollten sie nun auch den anderen Kindern vermitteln. Als Forscherklasse und Werkstoffprofis stand schnell fest, dass wir ein Mitmachangebot haben wollten, wo alle die Gelegenheit bekommen sollten, aus verschiedensten Werkstoffen und Materialien eine „Traumschule“ zu bauen. So entstand aus Wolkenpapier der Himmel, aus Holz eine Kletterwand, aus Lehm ein Pool, aus Styropor und Watte Bäume, Büsche und Gras, aus Kunststoff Tischtennisplatten, aus Stoff eine Theaterbühne, aus Steinen ein Labyrinth und vieles, vieles mehr.

Die „Traumschule“ wurde ein Abenteuerspielplatz, in dem es viel Raum für Entdeckungen und Spaß gab.

Wie soll unsere Traumschule aussehen?

Neben dem eigenen Spaß die „Traumschule“ mitzugestalten, hatten die Kinder der Klasse 5a aber vor allem Freude daran, die jungen Besucher zu unterstützen und ihnen beim Basteln zu helfen. Was unsere jungen Besucher nicht wussten war, dass genau dieses Schulmodell in ihrem ersten Schuljahr an der Wilhelm Focke Oberschule im Rahmen des GuP-Unterrichts eingesetzt werden soll. Ob sie es wiedererkennen werden?

Wir bleiben gespannt!

Forschung im Vergleich – ein Trip durch die Zeit

Wir sind als Zeitreisende unterwegs, von der Steinzeit geht es heute wieder zurück in die Gegenwart. Erstmal mit der Frage, war das eigentlich Forschung, was wir da letzte Woche als Steinzeitmenschen nachgelebt hatten? Also, sowas wie Urforschung? Haben Menschen damals eigentlich geforscht? Oder sind sie nur über Zufälle gestolpert?

Nils Horstmann will das mit der Klasse heute diskutieren und  hat zwei Bilder zum Vergleich an die Wand geworfen:

Forschung früher und heute: Gibt es Gemeinsamkeiten?

Vieles scheint sehr offensichtlich: Heute arbeiten Forscherinnen und Forscher mit Computern und tragen weiße Kittel dabei! ! Früher haben die Menschen wohl eher zufällig geforscht, heute geht man systematisch vor! Ist das so? Das ist unsere heutige Frage:

Forschung früher (Jungsteinzeit) und heute (2018) – wie prägten Zufälle die Forschung früher und wie prägen sie Forschung heute?

„Wie könnten wir das herausfinden?“, fragt Nils Horstmann und Joris will das ganz pragmatisch lösen: Er schlägt vor,  an die Uni zu fahren und mal kurz nachzufragen. Auch eine gute Idee, aber der Einfachheit halber kommt heute die Uni in die Schule 😉 und zwar in Form von Nils Ellendt, der das Projekt ja mitentwickelt hat, und  einigen unserer Graduierten.

Anastasiya Tönjes, Heike Sonnenberg, Alexander Bader und Gerlies Schulz sind bereit, sich befragen zu lassen: Wozu braucht es Forscherinnen und Forscher überhaupt? Woran forschst du im SFB?  Was macht eine Forscherin aus? Was begeistert dich an deiner Arbeit?

Die Forscherinnen und Forscher aus dem SFB zu Besuch im Klassenraum
Die Forscherinnen und Forscher aus dem SFB zu Besuch im Klassenraum

Und sie sind zugegebenermaßen genauso  aufgeregt wie die Kinder der 5 a, als die jetzt erfahren, dass sie diesen Besuch bekommen. Gerlies Schulz bearbeitet das Teilprojekt Z02 und schreibt mir hinterher:

„Für mich war das Interview mit den Schülerinnen und Schülern eine kleine Herausforderung, da ich nahezu keine Erfahrung im Umgang mit Schulkindern in diesem Alter besitze. Ich war sehr aufgeregt aber auch sehr gespannt, was mich dort erwarten würde. Als ich „meiner“ Gruppe zugeordnet wurde, habe ich mich dann auch direkt in die Zeit zurückgesetzt gefühlt, als ich selbst in diesem Alter und Schülerin war. Ich habe mich also eher „wie eine von ihnen“ gefühlt und nicht wie „die erwachsene Forscherin“. Da den Gruppen eine genaue Bearbeitungszeit vorgegeben wurde, ging das Interview auch schon direkt los. Der Wurf in das kalte Wasser war also schnell vollbracht.

Gerlies Schulz nach dem Sprung ins kalte Wasser

Ich merkte innerhalb weniger Augenblicke, wie unterschiedlich alle Kinder meiner Gruppe waren. Bei einem Kind dachte ich mir: „Ja, das könntest du früher gewesen sein!“ Ich hatte das Gefühl, mich aber sehr gut in jedes Kind hineinversetzen zu können. Natürlich hatte ich auch den Ehrgeiz, die Aufgabe perfekt zu lösen und den Wunsch, dass es ein richtig gutes Interview wird. Am Ende der Stunde hatte ich allerdings das Gefühl, dass es mir nicht meinen Ansprüchen entsprechend gelungen war, den Kindern das geforderte Wissen zu vermitteln. Ich hatte nach jeder gegeben Antwort das Gefühl, dass ich mich viel zu kompliziert ausgedrückt hatte. Meine wissenschaftliche Tätigkeit für Kinder dieses Alters anschaulich darzustellen, war – wie erwartet – nicht ganz einfach. Ein kleines bisschen mehr Zeit wäre schön gewesen, da sich zwischendurch ein Zeitdruck aufgebaut hatte. Aber es war eine gute Übung auch für mich und ich denke, dass die Kinder aus meiner Gruppe trotzdem genug Spannendes aus meinen Erzählungen mitnehmen konnten.“

Und das haben sie sicher, denn unsere Graduierten haben auch was zum Anfassen mitgebracht.

Alexander Bader zeigt, wie die winzigen Kugeln transportiert werden
Alexander Bader zeigt, wie die winzigen Kugeln transportiert werden

Und das wurde gerne und viel auprobiert.  Insbesondere die kleinen Kugeln, die bei uns im Hochdurchsatz getestet werden sollen, fanden alle spannend.

Heike Sonnenberg hat ihren Aspirator mitgebracht

Und dann wurde natürlich darüber gesprochen, wofür man denn die kleinen Proben benötigt und was das alles mit dem Zufall zu tun hat? Der Zufall spielt nach wir vor eine große Rolle in der Forschung, auch in der Materialentwicklung. Durch die vielen kleinen Proben können wir ganz viele verschiedene Legierungen und Bearbeitungen testen und so dem Zufall eine  Chance geben.

Anastasiya Tönjes berichtet aus ihrem Alltag als Forscherin
Anastasiya Tönjes berichtet aus ihrem Alltag als Forscherin

Alle Informationen werden auf Metaplankarten gesammelt und auf das große Poster geklebt, dass ich heute mitgebracht habe.

 

Leonie schreibt die Stichworte auf
Leonie schreibt die Stichworte auf

Aus den Stichworten, die jetzt gesammelt sind, lässt sich erkennen, dass alle unsere Graduierten die Neugier zu Forschung und Wissenschaft gebracht hat. Aber auch, dass sie neben einem planvollen und systematischen Herangehen an ihre Forschung Augen und Ohren offen haben, für all die Zufallsergebnisse, die sich ergeben könnten.

Die Kinder formulieren die Antwort auf die heutige Frage so: „Die Forscherinnen und Forscher heute haben wir uns anders vorgestellt. Früher haben die Menschen Entdeckungen durch Zufall gemacht und dann weiter ausprobiert. Heute wird zwar planmäßig und mit System geforscht, aber der Zufall spielt eine große Rolle. Durch kleine Proben und viele Experimente soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, einen Zufallstreffer zu landen.“