Against the wind…

Bewegt sich was?

Und dann ist er da – der große Tag des Wettrennens. Wir haben ihn extra nach den Osterferien geplant, in der Hoffnung, einen Tag mit schönem Wetter zu erwischen. Denn natürlich findet das Wettrennen im Freien statt. Das es schön fein nieselt und ohne Jacke empfindlich kalt ist, stört aber keine Bremerinnen und Bremer – wir sind das so gewohnt! Als erstes machen wir uns im sogenannten Naschgarten der WFO an den Bau des Beckens für das Wettrennen. Michael Baune und Ingmar Bösing waren im Baumarkt und haben ein paar ordentliche Balken und Plane besorgt. Schrauben, Spritzen (na, wofür brauchen wir die??) und Feuerzeug haben wir auch dabei und den Akkuschrauber können wir aus dem gut ausgestatteten Werkraum der Schule leihen. Also, gut vorbereitet, oder??  Zumindest die halbe Miete, denn:

Der Bau des Beckens

Ganz so schnell geht die Sache mit dem Zusammenschrauben dann doch nicht voran und einige Kinder sind zwischendurch nicht so beschäftigt, als dass sie nicht Zeit hätten, laut durch den Naschgarten zu turnen und den Vögeln das Vogelfutter wegessen zu wollen. Da führe ich an diesem Morgen dann nebenbei auch – wie ich finde – sinnvolle Diskussionen darüber, ob die Sonnenblumenkerne in den Vogelhäuschen und „Naschgarten“ irgendwas miteinander zu tun haben… Einsicht ist aber schnell vorhanden, spätestens nach der Frage, wo die Toiletten der Vögel sind?

Und dann werden alle zum Befüllen des Beckens abgeordnet. Das läuft gut mit vielen Gießkannen und Eimern und auch einigen nassen Füßen und lautem Gejubel, als der richtige Wettkampfwasserstand erreicht ist. Bei diesem Wetter ist es letztendlich auch egal, ob das Wasser jetzt von oben oder von der Seite kommt. Einen Wasseranschluss und Schlauch werden wir nächstes Mal trotzdem mitplanen.

Wasser anschleppen im Akkord
Wasser anschleppen im Akkord (oder so!)

Die Boote werden ins Becken gesetzt, der Kupferrohrantrieb mit Wasser befüllt (Spritze!!) und die Kerzen angezündet und dann – kommt zu nass auch noch windig. Jetzt hat das Boot mit dem großen Segel natürlich  einen klaren Vorteil, das Boot fährt zügig voran, wenn auch eher im Kreis als geradewech.  Bei allen anderen sind die Kerzen mehr aus als an und sie kommen nicht so richtig vom Fleck. Besser wird es, als wir einen Teil der Plane als Windschutz einsetzen und die Boote in Fahrt kommen.

Jetzt nochmal mit Windschutz
Jetzt nochmal mit Windschutz

Zur Abschlussbesprechung gibts  noch die Frage, „Was würdet Ihr nächstes Mal anders machen oder bauen?“. Und da haben wir augenblicklich lauter Ingenieurinnen und Ingenieure vor uns, die sich sehr ernsthaft über ihre Konstruktionsfehler und – schwächen unterhalten und Lösungen für ein nächstes Mal präsentieren. Ich bin an diesem Morgen total stolz auf diese Klasse, die so cool an ihren Projekten arbeitet. Und wir haben uns unsere Verbesserungsmöglichkeiten auch notiert, denn diese Einheit bieten wir im Januar 2019 im Wahlpflichtbereich der Schule an.

 

 

Jetzt wird gebaut…

Das Antriebsrohr biegen

In der dritten Unterrichtseinheit unseres Moduls „Altmetall – mach was draus“ sollte es endlich ans Basteln gehen. Nachdem wir in den ersten Stunden die Schülerinnen und Schüler an das Thema Recycling und Upcycling herangeführt haben, eine Dampfmaschine aus Altmetall und verschiedene Boote aus alten Konserven vorgestellt hatten, brannten die Kinder darauf, endlich selber bauen zu dürfen und ihre eigenen Ideen umzusetzen.

Geht's jetzt endlich los?
Geht’s jetzt endlich los?

Ich war von Anfang an fasziniert davon, wie aufgeweckt diese 5. Klasse ist und wie viele eigene Ideen zur Verbesserung des Antriebs, Verschönerung der Boote oder zusätzlichen Verkleidungen gemacht wurden. Auch in dieser Stunde konnte ich wieder miterleben, wie begeistert alle an die neuen Aufgaben gingen.

Schnell waren die ersten Konzepte durchdacht und Markierungen gesetzt und die Schülerinnen und Schüler ließen es sich nicht nehmen, selber ihre Boote zusammen zu nieten. Für den Bootsantrieb mussten dann Kupferrohre gebogen und vorher mit Sand befüllt werden, damit sie nicht brechen. Auch hier zeigten die verschiedenen Gruppen ihre eigenen Ideen zum Befüllen der Rohre über Trichter oder ähnliches. Und auch beim Verbiegen der Kupferrohre zeigte sich das ein oder andere handwerkliche Talent.

Den Antrieb biegen - das ist Tüftelarbeit
Den Antrieb biegen – das ist Tüftelarbeit

Es hat mich auch sehr gefreut zu sehen, dass fast alle gerne selber angepackt haben und sich die Aufgaben nicht abnehmen ließen. Ein paar Schülerinnen und Schüler brauchten am Anfang ein wenig extra Motivation, waren dafür am Ende aber umso begeisterter und gut gelaunt dabei.

Mir hat es viel Spaß gemacht, mit den Schülerinnen und Schülern zusammen zu arbeiten und sowohl vor der Klasse zu stehen und unser Thema fachlich vorzustellen als auch den einzelnen Gruppen bei der Umsetzung ihrer Ideen zur Seite zu stehen, so dass ich mich schon auf die Unterrichtseinheit im nächsten Schuljahr freue.

Wir bauen einen Kupferrohrmotor

Gut geplant ist halb gebaut

Wie angekündigt, hatten wir statt WAT heute (am Dienstag, 27.02.2018) Projektunterricht. Im Werkraum waren dann auch Herr Baune und Herr Bösing.

Herr Baune hatte mit Upcycling eine Dampfmaschine gebaut, die mit einem Grillanzünder betrieben wurde. Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt, in denen wir mit Upcycling Boote herstellen sollten.

Die Boote sollten mit einem Heißwasserantrieb fahren, der so funktionieren sollte: Es führen hinten 2 Rohre ins Wasser. Durch das eine Rohr fließt kaltes Wasser in einer Spirale über eine Kerze. Diese Kerze ist mit einem dickeren Docht so präpariert, dass sie besonders heiß brennt. Sie erhitzt also das Wasser im Rohr und bringt es zum Kochen. Das heiße Wasser fließt (da es jetzt seinen Aggregatszustand von flüssig zu gasförmig ändert, braucht es mehr Platz. Daher fließt es jetzt weiter.) aus dem andren Rohr hinten heraus und erzeugt so einen Rückstoß. Durch den so entstehenden Unterdruck im Rohr wird neues kaltes Wasser angesaugt, und der Vorgang wiederholt sich (Das Boot fährt deshalb ruckartig).

Jetzt haben wir überlegt, wie wohl unser Boot aussehen könnte. Dann war die Stunde auch schon zu Ende, aber wir hatten mit dem Bootsbau noch nicht begonnen. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Tim liest vor, wer welche Aufgaben bei der Gruppenarbeit hat
Tim liest vor, wer welche Aufgaben bei der Gruppenarbeit hat

 

Wir haben uns am 08.03.2018 wie immer vor dem Werkraum getroffen. Das Problem: Er war schon besetzt. Deshalb sind wir in den Kunstraum ausgewichen, der zum Glück genau daneben war. Wir haben unsere angefangenen Boote bekommen und sollten daran weiterarbeiten. Meine Gruppe und ich haben eine alte Fischdose, die zum Glück schon ausgewaschen war 😉 , und zwei alte Zigarrenrohre zu einer Art Katamaran gekoppelt. Außerdem haben wir einen Frachtraum angebaut. Auf dem Deck des Frachtraums sollte später die Kerze stehen. Nächstes Mal bauen wir ein Segel an und, wie an einer Galeere, einen Rammdorn an den Bug. Ich hoffe, dass unser Boot mit dem Segel beim Abschlussrennen gewinnt.

Dampfmaschinen und Boote

Ingmar Bösing und Michael Baune an der Dampfmaschine

Ich  bin Ingmar Bösing und bearbeite das Teilprojekt D03 im Sonderforschungsbereich .  Zusammen mit Michael Baune und der WAT-Lehrerin Romina von Öhsen haben wir das Modul „Altmetall – mach was draus“ geplant.

Nachdem Michael Baune und ich in den ersten Stunden unser Thema Recycling und Upcycling vorgestellt hatten, wollten wir den Schülerinnen und Schülern jetzt ein paar Beispiele präsentieren, was man aus alltäglichem Altmetall herstellen kann. Für mich war es wie auch schon in der ersten Stunde eine spannende Erfahrung, mal eine ganz andere Rolle einzunehmen, die nichts mit dem Alltag als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu tun hat. Als Anschauungsmaterial hatten wir eine Dampfmaschine im Gepäck, die Michael aus alten Rohren und Pumpen gefertigt hatte. Anhand der Dampfmaschine wollten wir der Klasse auch das Prinzip, wie aus Wärme und Wasser Bewegung entsteht, vermitteln.

Michael Baune zeigt mal wie das mit Wasser und Wärme läuft
Michael Baune zeigt mal wie das mit Wasser und Wärme läuft

Dazu haben wir zuerst erarbeitet, was passiert wenn man Wasser erhitzt und dann, wie man aus der Ausdehnung des Wasserdampf Energie gewinnen kann. Ich hatte zuvor keine Vorstellung davon, wie verständlich die Prinzipien für eine 5. Klasse sind und war überrascht, wie aufgeweckt die Schülerinnen und Schüler sind.

Im Anschluss an die Dampfmaschine haben wir verschiedene Boote vorgestellt, die sich aus Altmetall bauen lassen und ebenfalls durch die Erhitzung von Wasser fahren.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Bootsbau
Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Bootsbau

Noch während wir unsere Exemplare diskutiert haben, kamen eine Menge neuer Ideen und Verbesserungsvorschläge aus der Klasse, so dass ich gespannt war,  wie die einzelnen Gruppen wohl ihre individuellen Boote umsetzen würden.

Von Lichtbogenöfen und Tabletspielen

Am Mittwoch, dem 14.02.2018, um 8:00 Uhr stand Frau Sobich in unserem Klassenraum. Ich fragte mich, wieso sie JETZT hier war, da wir doch eigentlich immer am Donnerstag Projektunterricht haben. Doch als Frau Börger uns erinnerte, dass wir am Donnerstag einen Ausflug ins Museum machen, haben wir verstanden.

Nach der Begrüßung holte Frau Sobich ein Dutzend Tablets heraus und verteilte uns auf Zweiergruppen. Sie teilte die Tablets aus, und sagte, wir würden nun Toontastic spielen. Das ist eine kostenlose App, mit der man Comicfilme drehen kann. Mir gefiel das Filmemachen außerordentlich gut, und ich empfehle die App weiter.

Mit drei Szenen sollten wir Fragen über das Schiff von Uluburun stellen und klären.

Nachdem wir den Film erstellt hatten, sollten wir ihn einem Lehrer zeigen und die Tablets wieder abgeben.

Leider war danach die Stunde schon vorbei.

 

Am 22.02. 2018 haben wir mit dem WAT Projekt begonnen. Dazu kamen zwei neue Mitarbeiter des SFB, Michael Baune und Ingmar Bösing. Mit dem Schwerpunkt Altmetall sind sie in unserem neuen WAT Projekt Altmetall genau richtig.

Sie beschäftigen sich damit, wie man Altmetall effizient recyceln kann. Zum Beispiel erklärten sie uns, dass man Handys nicht wegwerfen sollte, da in ihnen unter anderem Kupfer, Gold und Silber enthalten sind.

Dann haben die beiden zwei Gläser mit Metallstreifen und –spänen herumgereicht. Außen an den Gläsern waren sehr starke Magnete, die von den Spänen gehalten wurden. Mit diesen Magneten konnten wir das Metall in den Gläsern bewegen. Das hat viel Spaß gemacht.

Am Overheadprojektor hat uns Herr Bösing Bilder von einem Schmelzofen gezeigt, in dem gerade Metall geschmolzen wurde. Das Metall auf dem Bild war weißglühend. Je heißer Metall ist, desto weißer wird es.

So ein Lichtbogenofen verbraucht so viel Strom wie eine Kleinstadt. Herr Bösing sagte, dass bspw. Stahlträger je zur Hälfte aus Altmetall und Eisenerz hergestellt werden.

Danach haben wir uns Bilder von Up- und Recycling angesehen, gelernt dass das nicht dasselbe ist, und dann auch schon Frühstück ausgepackt und sind in die Pause gegangen.

Altmetall – Mach was draus

Das neue Modul ist gestartet und es knüpft an im WAT-Unterricht (kurz für Wirtschaft, Arbeit, Technik). Für das 5. Schuljahr stand Recycling auf dem Lehrplan und die Kinder haben sich bisher mit dem Recycling von Kunststoffen beschäftigt. Jetzt gehts also weiter mit Metallen…

Dieses Modul haben die WAT-Lehrerin Romina von Öhsen und unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr.  Michael Baune, Leiter im Teilprojekt D03 und Ingmar Bösing, der das Teilprojekt bearbeitet, entwickelt.

Nach einer kurzen Vorstellung der neuen Gesichter geht es auch schon los. Immer wieder schön dabei ist die lange Begrüßung durch die Kinder („Guten Morgen Frau von Öhsen und Frau Sobich und Herr Baune und Herr Bösing, schön, dass Sie da sind!“ – ein Chor, der wirklich den Morgen erhellt.)

Die große Frage der heutigen Stunde ist: „Wo ist Metall im Alltag vorhanden, warum recyceln wir es und wie geht das?“.   Ingmar Bösing hat dazu eine Präsentation und viele Bilder mitgebracht und erzählt, wo Metalle auf dieser Erde gewonnen werden (in meist fernen  Ländern), dass sie nicht in unendlichen Mengen vorhanden sind und warum es Sinn macht, Metall zu recyceln.

Wie eine Mülltrennung bei Metall gelingt, zeigen Ingmar Bösing und Michael Baune sehr anschaulich. Hierfür wird in der Abfallentsorgung ein sogenannter Magnetabscheider genutzt, an dem alle magnetischen Metalle hängen bleiben. Ein Glas mit Metallspänen, die sich mit Hilfe eines Magneten bewegen lassen, haben die beiden mal mitgebracht und die Kinder geben es nur ungern an ihre Nachbarn weiter. Zu faszinierend sind diese magnetischen Späne.

Faszinierend, diese magnetischen Späne

Aber natürlich kommt sofort die Frage: „Und wie läuft das bei nicht-magnetischen Metallen?“. Die kann man entweder aussieben oder manche lassen sich auch – bei Aluminium funktioniert das ganz gut – kurzzeitig magnetisieren. Michael Baune zeigt wie’s geht und lässt Aluminium mal mit mal ohne einen Magneten durch eine Röhre fallen. Wie unterschiedliche sich das Aluminium dabei verhält, beeindruckt die Kinder.

 

Aluminium und Magnet – was geht da?

Den Kindern fallen noch viele spannende Ideen ein, wie man Altmetall als Werkstoff benutzen kann. Man kann nämlich Kupfer, Aluminium und Co. nicht nur einschmelzen und erneut  z. B.  in Elektrogeräte einbauen, die wir überall um uns herum haben, man kann auch das Altmetall einfach umfunktionieren und Möbel oder Kunst daraus machen, das ganze nennt sich dann Upcycling.

Um das neugewonnene Wissen etwas zu festigen, gibt es eine kleine Überraschung. Wir schauen zusammen einen Film, nämlich „Metall – Der Schatz im Schrott“ aus der Löwenzahn-Reihe (auf den Gesichtern der Erwachsenen erkennt man einen kleinen Schimmer von Nostalgie).

Zum Schluß gibts natürlich einen Ausblick  auf die nächste Stunde: Wir werden aus Altmetall Boote bauen. Und sie bekommen einen Antrieb. Und ganz am Ende der Unterrichtseinheit werden wir ein Wettrennen machen…